Gespräch mit Regine Prause

So steht es um das Stadttheater in Rheinbach

Den neuen Programm-Flyer des Stadttheaters Rheinbach hält Regina Prause in der Hand.

Den neuen Programm-Flyer des Stadttheaters Rheinbach hält Regina Prause in der Hand.

Rheinbach. Regine Prause ist für den Bereich Kultur bei der Stadt Rheinbach verantwortlich. Sie spricht über die Highlights der neuen Spielzeit im Stadttheater Rheinbach.

Auf welche Theater-Höhepunkte kann sich das Publikum freuen?

Regine Prause: Den Auftakt macht am 28. September die berühmte Feuerzangenbowle. Dann sind noch die Komödien „Neues bei Monsieur Henry“, „Neues von Ekel Alfred“ und „Kennen Sie die Milchstraße?“ zu sehen. Aber auch Krimifans kommen bei „Spitzenhäubchen und Arsen“ oder „Rapunzelgrab“ auf ihre Kosten. Gerade auf das Letztere freue ich mich besonders, denn das Stück nach dem Roman von Judith Merchant spielt rund um den Hexenturm in Rheinbach. Ich bin gespannt, wie es dem Publikum gefällt.

Werden in den Stücken auch bekannte Schauspieler Gastrollen haben?

Prause: Bis auf Chris Pichler, die mit „Ich-Marilyn“ in diesem Jahr zum dritten Mal in Rheinbach gastieren wird, in dieser Saison leider nicht. Wir hatten pro Spielzeit bisher immer ein bis zwei prominente Zugpferde dabei. Pichler ist in Rheinbach mittlerweile ziemlich bekannt. Die österreichische Mimin kam mit den Inszenierungen „Romy Schneider“ und „Sissi“ 2016 und 2017 in Rheinbach ausgesprochen gut an. Ich denke, dass es in diesem Jahr wieder so sein wird.

Walter Ullrich gibt nach 50 Jahren die Intendanz der Landesbühne Rheinland-Pfalz ab. Warum spürt den Personalwechsel auch die Rheinbacher Bühne?

Prause: Da Rheinbach sich im Nothaushalt befindet, kann die Stadt für Kultur kein Geld ausgeben. Bis einschließlich 2017 hat uns die Raiffeisenbank Voreifel finanziell bei unserem Kooperationsvertrag mit dem Kleinen Theater unterstützt. Leider möchte die aber jetzt andere Projekte fördern und sich nicht mehr festlegen. Für 2018 haben wir erneut unsere Kooperation mit der Landesbühne Rheinland-Pfalz verlängert. Wir haben seit der Spielzeit 1958/59 eine Kooperation mit dem Kleinen Theater Bad Godesberg. Damals hatte unser Kulturbereich für Theater noch ein eigenes Budget, das gibt es ja schon lange nicht mehr. Dieser Kooperationsvertrag wurde immer wieder angepasst. Wir sind Herrn Ullrich sehr dankbar dafür, dass er sich unseren finanziellen Umständen damals ein bisschen angepasst hat, sodass wir bis heute nahtlos Theater anbieten können. An Kultur wird als Erstes gespart, denn es handelt sich dabei um sogenannte „freiwillige Leistungen“ der Stadt. Da wir dennoch nicht auf unser Theater verzichten wollten, haben wir uns damals mit dem Kleinen Theater Bad Godesberg abgestimmt. Das Ensemble liefert uns das Schauspiel und das Bühnenbild; wir stellen die Bühne, das Personal, und kümmern uns um Ticketverkauf, Werbung und Organisation des Ganzen.

Mit Lajos Wenzel – er war bis 2017 stellvertretender Intendant des Jungen Theaters Bonn – steht die Nachfolge nun fest. Was wird sich ändern?

Prause: Wenzel übernimmt die Intendanz in der Spielzeit 2019/20, also nächsten Sommer. Dann ist er 40 Jahre alt. Wir sind dankbar für die vielen Jahre, die uns Herr Ullrich als Urgestein und dienstältester Intendant beschert hat. Wir freuen uns aber auch auf Herrn Wenzel, der als Schauspieler, Regisseur und Intendant sicherlich auch seinen eigenen Stil mitbringen wird. Er hat ja schon einige Produktionen auf die Beine gestellt, die sehr jung und frisch rüberkamen. Wir freuen uns immer, wenn wir das Theater auch einem jüngeren Publikum „schmackhaft“ machen können. Dies erhoffen wir uns mit dem Wechsel.

Können Sie bei der Auswahl der Stücke, die in Rheinbach gespielt werden, ein Wörtchen mitreden?

Prause: Wir bekommen die Auswahl der Stücke vorgeschlagen. Wenn uns etwas absolut nicht passt oder wir im Vorfeld die Vermutung haben, dass es nicht läuft, reden wir miteinander darüber. Dem wurde dann auch Rechnung getragen. Denn wir haben sowohl in Bonn als auch in Neuwied ein anderes Publikum als bei uns. In Rheinbach sind die Zuschauer im Durchschnitt älter. Sie möchten sich amüsieren. Das Stück sollte heiter sein, denn die Besucher wollen lachen.

Walter Ullrich tritt in zwei Stücken selbst auf. Haben Sie sich für seinen Abschied etwas Besonderes überlegt?

Prange: Wir werden sicherlich einen angemessenen Abschied vorbereiten, die Planungen sind aber noch nicht fortgediehen, es ist ja noch ein paar Monate hin.

Wie sieht es denn mit der Auslastung des Rheinbacher Theaters aus?

Prange: Es geht. Wir haben im Theater insgesamt 501 Plätze, von denen 134 als Abonnements fest vergeben sind. Komplett ausverkauft waren wir noch nie, allerdings sind – je nach Stück – 50 bis 70 Prozent der Plätze ver-kauft. Damit sind wir schon zufrieden.

Wie teuer sind Karten und Abos?

Prange: Das differiert und hängt von den jeweiligen Preisgruppen ab. So kostet eine Einzelveranstaltung zwischen 15 und 18 Euro, ermäßigt zwölf bis 15 Euro, für die sieben Veranstaltungen im Abo zahlen Besucher zwischen 79 und 106 Euro. Damit liegen wir mit unseren Preisen günstiger als andere Ausrichter.

Haben Sie in den vergangenen Jahren die Preise mal erhöht?

Prange: Ja. Die Tickets wurden 2014/15 und noch einmal 2016 ein wenig teurer. 2016 haben wir die Eintrittskarten um einen Euro verteuert, um durch die Mehreinnahme unsere Werbung wie Flyer und Poster zu finanzieren. Dafür hätten wir sonst kein Geld gehabt. Wir brauchen also dringend Sponsoren. Ich wäre für jeden noch so kleinen Betrag dankbar.