Erhalt der mittelalterlichen Wehranlage

Sicherungsarbeiten auf der Tomburg haben begonnen

Rheinbach. Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Das gilt auch für den Start der Sicherungsarbeiten auf der Tomburg, die am Montag begonnen haben. Vor Ort sorgt nun ein Fachmann für den Erhalt, der bereits auf dem Jerusalemer Tempelberg im Einsatz war.

Denn Burkhard Stiewe, Geschäftsführer einer Fachfirma aus Wismar, die sich auf die statische Sicherung alter Bauwerke spezialisiert hat, stellte sich rasch ein grundlegendes Problem: "Der Laster mit der Baustelleneinrichtung konnte den regennassen Feldweg nicht passieren", erklärte der verantwortliche Rheinbacher Bauingenieur Josef Axer.

Daher habe man das schwere Gerät auf dem Parkplatz zwischengelagert und dann am Dienstag mit einem fahrbaren Kran und einem Allradlaster  im Waldgürtel vor den Schautafeln unterhalb der Burg aufgestellt. Seit Mittwoch machen sich Stiewe und sein Assistent Norman Drischel an die Sicherung und Sichtbarmachung der ehemaligen Wirtschaftsgebäude am Bergfried. Stiewe gilt als absoluter Fachmann: Auf dem Tempelberg in Jerusalem hatte er ebenso zu tun, wie im Tempel Amun in der Oase Siwa in der lybischen Wüste und dem Mausoleum von Timur Shah in Kabul. Zudem war Stiewes Firma in Gespräch für den Wiederaufbau der von Taliban gesprengten Buddha-Statuen von Bamiyan. Dass habe sich aber damals wegen politischer Hindernisse zerschlagen, sagt er.

Laut Andreas Herrmann, ein Geograph aus Rheinbach, der sich schon seit geraume Zeit für den Erhalt der mittelalterlichen Wehranlage einsetzt, sind zwei Gründe für die Sicherungsarbeiten ausschlaggebend. „Zum einen fangen jene Mauern, die  nach bislang einzigen wissenschaftlichen Ausgrabung 1968 am Bergfried saniert worden waren, bereits wieder an zu bröckeln“, sagte er unlängst in einem Interview mit dem GA.

Aber auch originales, unbehandelte Mauerwerk aus dem 15. Jahrhundert leidet unter dem kontinuierlichen Einfluss der Witterung. Zudem seien bei der Grabung 1968 Funde unmittelbar am Bergfried entdeckt worden, „die damals nicht gesichert wurden“. So gehe es jetzt bei der Maßnahme auch darum „jene gefährdeten Funde ein Stück weit aufmauern, dadurch wieder sichtbar zu machen und zu sichern“.