Maßnahme an Denkmal in Wormersdorf

Sicherung der Tomburg wird deutlich teurer

Rheinbach. Deutlich teurer als ursprünglich veranschlagt wird die Sicherung der Tomburg. Der Bauausschuss muss sich in seiner nächsten Sitzung mit der Frage beschäftige: weiter Aufmauern oder eine Sparversion der nötigen Arbeiten durchführen?

Die Sicherung der Tomburg-Ruine wird ein mit Spannung erwarteter Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Feuerwehr-, Bau- und Vergabeausschusses an diesem Dienstag, 10. April, sein: Dann müssen sich die Mitglieder des Ausschusses im nicht-öffentlichen Teil mit den Kosten der Sicherungsmaßnahme beschäftigen.

Denn die dürften deutlich teurer werden als die ursprünglich eingeplanten 190.000 Euro. Will man alle Arbeiten so ausführen, wie ursprünglich geplant, also auch Teile bislang nicht sichtbarer Mauerreste aufmauern, könnten rund 250.000 Euro fällig werden. Die Summe kalkuliert der Rheinbacher Bauingenieur Josef Axer, der im Auftrag der Stadt die Maßnahme an der Tomburg durchführt.

Wie berichtet, geht es im Kern bei den Arbeiten um die Sicherung von Teilen der Wirtschaftsgebäude im Schatten des Bergfrieds, deren Mauern einen neuen, widerstandsfähigen Kalk-Trass-Mörtel bekommen; der wird mit einem Hochdruck-Spritzsystem in die zuvor aufwendig freigestemmten Fugen gepresst. Auch wurden bereits Mauerreste ausgebessert und teilweise mit Steinen aus herumliegenden Trümmern des Bergfrieds neu aufgemauert. Diese Arbeiten waren so auch geplant.

30.000 Euro teure neue Wand

Was allerdings nicht erkennbar war: „Die Steine, die wir verwenden konnten, waren deutlich kleiner als normale, sodass wesentlich mehr Kalk-Trass-Mörtel gebraucht wurde“, erklärt Fachmann Axer. Statt der kalkulierten 350 Liter pro Kubikmeter wurden rund 660 Liter gebraucht. Zudem habe zur Kostensteigerung geführt, dass die Baustelle wesentlich länger eingerichtet sein wird als die ursprünglich anvisierten drei Monate. Die Fachfirma Burkhard Stiewe aus Wismar hat deshalb länger vor Ort zu tun, weil sich Mehrarbeiten ergeben haben, die so nicht geplant waren.

Was vor allem nicht in der ursprünglichen Arbeits- und Kostenkalkulation enthalten war: „Eine knapp neben der ehemaligen Außenmauer in Spritzbetonbauweise neu errichtete Wand, die dem Bereich der oberhalb gelegenen Burg Halt geben wird“, so Bauingenieur Axer. Warum die rund 30.000 Euro teure Wand zusätzlich nötig wurde, erklärt er so: „Als wir vor zwei Jahren die Kostenschätzung erstellten, war die Außenschale der alten Mauer unterhalb der ehemaligen Wirtschaftsgebäude noch teilweise intakt und hatte dem Hang Stabilität gegeben.“

Im Winter 2016/17 seien dann aber rund zwei Meter des intakten Bereichs komplett weggebrochen. Nachdem die verbliebenden Mauerreste von Pflanzenbewuchs befreit worden waren, erwiesen sich diese laut Axer als so marode, „dass eine Abstützung mit Erdankern zwingend erforderlich wurde“. Zwingend notwendig ist zudem die Verfüllung von aufwendig freigelegten Fugen der Mauerreste der Wirtschaftsgebäude mit Kalk-Trass-Mörtel. Dazu gibt es laut Axer keine Alternative, weil sonst das Mauerwerk komplett zerstört würde: „Die Mauern stehen jetzt da, wie ein aufgebohrter Zahn ohne Füllung.“ Sparen könnte man allenfalls an der Abdeckung des Mauerwerks, so Axer.

"Aufmauern ist Gegenstand der Förderzuwendungen gewesen"

Stichwort Sparen. Was angesichts der gestiegenen Kosten eine zentrale Frage ist, mit der sich der Ausschuss beschäftigen muss: Werden – so wie geplant – Teile der Außenmauer unterhalb des Bergfrieds aufgemauert, um die Umrisse der Burg stärker als bislang erkennbar zu machen? Genau darum geht es auch bei noch vorhandenen Mauerresten im Boden an den Wirtschaftsgebäuden, die bislang achtlos von Besuchern betreten wurden. Auch die sollen eigentlich ein Stück weit aufgemauert werden.

Darauf jetzt zu verzichten, wird aus Sicht von Axer schwierig: „Das Aufmauern ist Gegenstand der Förderzuwendungen in Höhe von rund 92.000 Euro gewesen.“ Möglicherweise könnten die Fördergelder zurückgefordert werden, sollte die Maßnahme unterbleiben.