Arbeiten an der Turmstraße

SPD sieht Rheinbacher Radfahrer als große Verlierer

Eine große Baustelle ist die Turmstraße in Rheinbach ab sofort. Die Straße gilt als sogenannter Hauptschulweg.

Eine große Baustelle ist die Turmstraße in Rheinbach ab sofort. Die Straße gilt als sogenannter Hauptschulweg.

Rheinbach. In Rheinbach beginnen die Arbeiten an der Turmstraße. Die SPD moniert, dass Radstreifen wegfallen. Für die Stadt Rheinbach ist die Kritik an den Ausbauplänen unberechtigt.

Einmal im Jahr geht auf der Turmstraße in Rheinbach gar nichts mehr: Wagen an Wagen reiht sich auf dem innerstädtischen Verkehrsweg, überall ist laute Musik zu hören, und kistenweise laden ungewöhnlich gewandete Gestalten mitgebrachte Gegenstände auf riesige Fahrzeuge.

Am Veilchendienstag kommen nämlich die Narren der Umgebung in der Turmstraße zusammen, um sich für den Rheinbacher Zoch aufzustellen und dessen Beginn zu erwarten. Da derzeit allerdings allenthalben große Kisten mit Rohren und allerlei Baumaschinen das Bild an der Turmstraße bestimmen, stellen sich die Jecken am höchsten Brauchtumsfeiertag der Jecken in dieser Session am Himmeroder und Prümer Wall auf.

Die jetzt beginnenden Arbeiten zum Ausbau der Straße rufen bei den Sozialdemokraten Kritik hervor. Sie finden, dass die beabsichtigte Verbreiterung der Fahrspuren und der Wegfall der Fahrradstreifen keine guten Ideen sind. Bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung hatte die SPD diese Planung abgelehnt, „da die Belange der Radfahrer nicht berücksichtigt wurden und besonders die Schüler, die diese Straße verstärkt mit dem Rad befahren, gefährdet worden wären“, finden die Sozialdemokraten.

Kritisch sieht die Ratsfraktion, dass zusätzlich zum wechselseitigen Parkstreifen noch acht Stellplätze auf der jeweils gegenüberliegenden Straßenseite auf die Fahrbahn markiert werden. „Die Absicht, den Verkehr stärker als bislang zu beruhigen, ist an sich begrüßenswert“, sagt SPD-Ratsherr Georg Wilmers. „Allerdings wäre dies effektiver zu bewirken, wenn man die Turmstraße mit Radwegen an beiden Seiten ausbauen würde.“ Aus seiner Sicht seien die Radfahrer „die großen Verlierer des Ausbaus“. Die bestehenden Radwege fielen ersatzlos weg, der Radverkehr werde schutzlos mit dem Autoverkehr auf die Straße verwiesen und müsse um parkenden Autos herumkurven.

Für die Stadt Rheinbach ist die Kritik an den Ausbauplänen unberechtigt. „Der Fahrradfahrer ist keineswegs der große Verlierer dieser Umgestaltung“, sagt Stadtsprecher Norbert Sauren. „Er wird vielmehr, wie es für Straßen dieser Art empfohlen wird, auf der Fahrbahn geführt, wo er vom Kraftverkehr gut gesehen wird“, so Sauren. „Unter den räumlichen Gegebenheiten wird die beste Lösung realisiert.“ Denn: Mit der komplexen, die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen und Anliegern berücksichtigenden Neugestaltung werde „eine attraktive, verkehrssichere Straße für alle Verkehrsteilnehmer geschaffen“, so der Sprecher.

Geplante Maßnahmen, wie das Verschwenken der Fahrbahn, die Berliner Kissen, neue Bäume und die Einengungen, würden zur deutlichen Reduzierung der Geschwindigkeit beitragen, so Sauren. Bei allen Überlegungen sei auf eine ausreichende Breite der Bürgersteige Wert gelegt worden. Diese würden nämlich von Fahrrad fahrenden Grundschülern genutzt. „Die Sicherheit der Schüler war der wichtigste Aspekt bei der Neugestaltung“, erklärt Sauren.