Tradtionssport

Rheinbacher kegeln mit Frack und Zylinder

Schwarzer Anzug, Krawatte und Zylinder: Die „Geheimen Millionäre“ aus Rheinbach um Karl-Heinz Joisten (5.v.l.) wählen auch für ihre Kegelabende eine stilvolle Garderobe.

Schwarzer Anzug, Krawatte und Zylinder: Die „Geheimen Millionäre“ aus Rheinbach um Karl-Heinz Joisten (5.v.l.) wählen auch für ihre Kegelabende eine stilvolle Garderobe.

Rheinbach/Altendorf. Der Rheinbacher Männer-Kegelklub „Geheime Millionäre“ feiert sein 63. Stiftungsfest. Elf Herren in festlicher Kleidung lassen die Kugel rollen und spielen die Wanderpokale aus. Hermann Hausmann ist seit 58 Jahren dabei.

Die Herren legen Wert auf Stil. Dunkler Anzug, weißes Hemd, Krawatte und Zylinder sind Pflicht beim alljährlichen Stiftungsfest des Herren-Kegelklubs „Geheime Millionäre“ am ersten Kegelabend eines neuen Jahres. Zur Tradition gehört neben der Anzugsordnung zum offiziellen Anlass auch das Singen des eigenen Klub-Liedes.

„Wir sind geheime Millionäre, doch nur beim schönen Kegelspiel. Wir kegeln meistens nur um Ehre, dabei verliert man nicht so viel. Wir sind geheime Millionäre der Freude, die uns zusammen hält“, hat einst Gründungsmitglied Klaus Isopp getextet.

Und so hielten es die dank eines Neuzugangs wieder elf Herren nun auch bei ihrem 63. Stiftungsfest: Kurt Felten, Hermann Hausmann, Peter Henrich, Karl-Heinz Joisten, Heinz Leifgen, Manfred Pesch, Wolfgang Pickel, Peter Ritterbach, Wilhelm Schmidt, Bernd Woide und der Neu-Geheim-Millionär Hans Henrich.

Mit der Anzugsordnung erinnern die Herren alljährlich an den Gründungsabend am 4. Januar 1956, als zehn Mitglieder einer losen Kegelgemeinschaft der Kolpingbrüder den Club ins Leben riefen. Denn auch die Gründer trugen damals entsprechend der Würde des Anlasses Zylinder zu Anzug, weißem Hemd und Krawatte.

Den Namen „Geheime Millionäre“ hatten die Gründungsmitglieder dem Club damals ganz gezielt gegeben, weil ihre finanzielle Situation dem genau entgegengesetzt gewesen sei, wie Joisten erzählt. Mit 58 Mitgliedsjahren ist Hausmann am längsten im Kegelklub, gefolgt von Joisten, der auf 51 Mitgliedsjahre zurückblickt, von denen er bereits 29 Jahre auch Präsident ist. Er trägt zurzeit auch die Kette des Monatskönigs, der früher jeden Monat, inzwischen alle zwei Monate ausgekegelt wird. Gekegelt wird alle 14 Tage, zunächst im damaligen „Rheinbacher Hof“, dann etwa 50 Jahre auf der Haus-Kegelbahn des Hotels Streng. Inzwischen mussten sie „auswandern“ auf die Kegelbahn im Hotel-Restaurant „Ohm Hein“ in Meckenheim-Altendorf.

Zu den Clubtraditionen gehören nach wie vor die jährlichen Kegeltouren, früher ohne, heute mit den Ehefrauen. Im letzten Jahr habe ihr Tagesausflug die Geheimen Millionäre nach St. Goar und von dort mit dem Schiff nach Koblenz geführt, wie sie erzählten. Auch auf eine „schöne Weihnachtsfeier mit unseren Frauen“ blickten sie zurück.

Die begehrten Jahreswanderpokale beim 63. Stiftungsfest gingen an Karl-Heinz Joisten nach spannendem Stechen vor Peter Henrich und Manfred Pesch auf dem dritten Platz.