Streetart

Rheinbacher Kunstverein hängt Kunst im öffentlichen Raum auf

Dank der Künstlerinnen Eva Vahjen (links außen) und Gisela Dauster (rechts außen) wird Rheinbach zur Kunstgalerie. Mit dabei (v. l.): Berthold Hoppe (Kunstforum'99), Bürgermeister Stefan Raetz und Gerd Wiendieck (Kunstforum'99).

Dank der Künstlerinnen Eva Vahjen (links außen) und Gisela Dauster (rechts außen) wird Rheinbach zur Kunstgalerie. Mit dabei (v. l.): Berthold Hoppe (Kunstforum'99), Bürgermeister Stefan Raetz und Gerd Wiendieck (Kunstforum'99).

Rheinbach. Der Rheinbacher Verein Kunstforum'99 will mehr Kunst im öffentlichen Raum. Mit gutem Beispiel geht er voran und hängt zwei großflächige Gemälde an das Verwaltungsgebäude der Volkshochschule.

Als Betonwüste präsentiert sich Rheinbach zwar nicht gerade, aber triste Wände an Gebäuden gibt es dennoch. Wie die des Verwaltungsgebäudes der Volkshochschule zum Rathaus hin, die wahrlich nicht als inspirierender Anblick gelten. Auch für Bürgermeister Stefan Raetz persönlich, denn diese Wand liegt genau im Blickfeld seines Büros. Mit der Tristesse ist es jetzt vorbei: Die Wand zieren zwei großformatige Bilder, eines von Gisela Dauster und eines von Eva Vahjen.

Triste Wände bilden eine wunderbare Projektionsfläche für Kunst im öffentlichen Raum, sagt der Kunstverein Kunstforum’99. Unter diesem Motto hat er die Idee seines Mitglieds Knut Reinhardt aufgegriffen und umgesetzt, langweilige Wände an Industriebauten, städtischen Einrichtungen oder Wohngebäuden durch Kunst im öffentlichen Raum zu verschönern und aufzuwerten. Farbe wird allerdings nicht direkt aufgetragen; vielmehr werden die Gemälde fotografiert und auf Folienplanen umgesetzt, die wiederum an Metallrahmen an den Wänden befestigt werden. Die Planen können jederzeit entfernt oder gegen andere Bilder ausgetauscht werden.

„Zwei Bilder, zwei bunte Flecken in der Stadt. Es ist schön, dass es Künstler gibt, die uns so inspirieren“, sagte Raetz bei der Präsentation. Aus einem Katalog von etwa 60 Vorschlägen des Kunstforums’99 habe er gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Raffael Knauber die Bilder ausgewählt. „Das ging ganz schnell in der Mittagspause. Sie haben uns beiden sofort gut gefallen“, erinnerte Raetz sich. Er dankte den Künstlern des Kunstvereins für ihr Engagement.

Projekt mit Außenwirkung

Mit ihrem historischen Stadtbild, lebendiger Außengastronomie, Glasmuseum und -pavillon sowie künftigem Römerkanal-Infozentrum sei Rheinbach eine attraktive Stadt, so Gerd Wiendieck, Vorsitzender des Kunstforums’99. Aber auch eine schöne Stadt könne man noch attraktiver machen. Eben auch durch Kunst. „Rheinbach könnte zu einer Außengalerie moderner Kunst werden“, sagte Wiendieck.

Solche Projekte seien nicht nur für die eigenen Bürger attraktiv. „Sie ziehen auch Gäste in die Stadt. Solche weichen Standortfaktoren werden zunehmend wichtiger“, meinte Wiendieck. Das Kunstforum’99 begrüße alle Schritte, die dazu beitragen, Kunst in den öffentlichen Raum zu bringen. Deshalb unterstütze der Verein das Projekt nicht nur ideell, sondern trage auch die Kosten für die erste Maßnahme dieser Art im Stadtkern von Rheinbach nach der Premiere am Industrieturm im Gewerbepark Hoffmann. Er rief Künstler, Hausbesitzer, Unternehmer und Sponsoren auf, das Projekt für Rheinbach mit Bildern, Wänden oder Spenden zu unterstützen.

Gemälde können leicht ausgetauscht werden

23 Künstler des Kunstforums’99 hatten insgesamt 60 Bilder eingereicht, aus denen Raetz und Knauber dann die beiden Bilder von Vahjen und Dauster ausgewählt hatten. „Beide darf man wohl als renommierte Künstlerinnen bezeichnen, die das künstlerische Handwerk von der Pike auf gelernt und ihre Ausbildung an anerkannten Akademien abgeschlossen haben“, sagte Wiendieck.

Dausters abstraktes Bild im quadratischen Format misst im Original „nur“ einen mal einen Meter, wurde aber auf drei mal drei Meter vergrößert. Vahjens Bild trägt den Titel „Der Skater II“, ist im Original einen mal 1,20 Meter groß und wurde auf zweieinhalb mal drei Meter vergrößert. Den Druck auf wetterfeste Planen übernahm die Rheinbacher Druckerei XXL-Print. Vor dem Anbringen der Metallrahmen an der Wand des VHS-Gebäudes musste der städtische Baubetriebshof wegen der dicken Dämmschicht erst eine Unterkonstruktion entwickeln und anbringen, schilderte Wiendieck. Die Bilder könnten beliebig lange hängen bleiben oder später ausgetauscht werden.