Mini-Kunst aus dem Automaten

Rheinbacher Künstlergruppe beteiligt sich an "ArtSurprise"

Kunst aus dem Zigarettenautomaten präsentieren (v.l.) Hilda von Overveld-Priew, Jürgen Forster und Tatjana Salewski.

RHEINBACH. Was wird eigentlich aus all den Zigaretten-Automaten, die nicht mehr gebraucht werden, seit die Zahl der Raucher rapide abgenommen hat? Die Antwort auf diese Frage kann im Foyer des Glasmuseums am Himmeroder Wall besichtigt werden: Zum Teil werden daraus Kunst-Automaten, die beim Einwurf von wenigen Euro ein kleines Original auswerfen.

Eine Künstlergruppe des "Rheinbacher Kunstforms '99" beteiligt sich an der Aktion und hat 100 originelle kleine Druckgrafiken für den Automatenverkauf in schwarze Boxen verpackt.

Die Idee, ausgediente Zigaretten-Automaten zu Kunst-Automaten umzufunktionieren, hatte der deutsch-spanische Künstler Juan Petry. Er wirbt in Museen und Kulturhäusern in ganz Europa für die Aufstellung der Automaten, die, in strahlendem Weiß lackiert, nichts mehr von der nikotinhaltigen Vergangenheit ahnen lassen. An zwölf Plätzen in Deutschland und Spanien stehen sie schon - außer in Rheinbach auch in Bonn, Troisdorf, vier Mal in Köln, zwei Mal in Bochum.

Für Kunstfreunde, die auf der Suche nach einem persönlichen, anspruchsvollen Mitbringsel sind, eröffnet sich damit eine originelle Möglichkeit. Außerdem ist der unkonventionelle Kunstkauf mit einem Überraschungseffekt verbunden. Der Name der Aktion sagt es schon: "ArtSurprise" (übersetzt: Überraschungskunst). Kunstinteressierte können zwar wählen, ob sie Malerei, Druckgrafik, Fotografie oder eine Arbeit aus einer anderen künstlerischen Sparte erwerben wollen, aber welches Werk aus dem Automaten purzelt, bleibt eine Überraschung.

Hilda van Overveld-Priew, Edith Sauerborn, Tatjana Salewski und Jürgen Forster haben je 25 Druckgrafiken hergestellt - Buchdrucke, Handdrucke, Radierungen und Monotypien - und in Schächtelchen verpackt, die die Größe von Zigarettenschachteln haben. Das darin enthaltene Kunstwerk ist ein Original, immer auch ein Unikat und signiert.

Die Anregung, sich zu beteiligen, kam von Ruth Fabritius, der Leiterin des Glasmuseums, die auch dafür sorgte, dass der Automat dort aufgestellt wird. "Das Projekt 'ArtSurprise' ist ein Angebot, Kunst zu erwerben, Kunst zu besitzen und sich mit Kunst zu beschäftigen, auch wenn es sich um Kunst im Taschenformat handelt", sagt sie.