Kübelfahrzeug und Vorkriegs-Rennwagen

Oldtimer-Rallye bei den Rheinbach Classics

Rheinbach. Mit der Oldtimer-Rallye haben die Rheinbach Classics begonnen. Das ganze Wochenende locken die 1950er in die Rheinbacher Innenstadt.

Es riecht nach Benzin auf den Wällen, die Motoren brummen, Frauen tragen Petticoat-Kleider, die Herren vermehrt Hosenträger. Mit dem Start der Rallye haben heute Vormittag die Rheinbach Classics begonnen. Und damit gibt es nun das ganze Wochenende in der Innenstadt Oldtimer, Musik und alles rund ums Lebensgefühl der 1950er Jahre.

Die Parade der 128 Rallye-Fahrzeuge bot für alle Fans klassischer Autos etwas. Moderator Johannes Hübner, in der Szene unter anderem als Gründer der Zeitschrift „Oldtimer-Markt“ bekannt, stellte an der Rampe sportliche Wagen genauso gekonnt vor wie ehemalige Familienautos. Eine „Göttin der Straße“, der Citroen DS ist darunter, ein Rallye-Kadett von Opel aus dem Jahr 1974 und diverse Mercedes-Modelle. Die Fahrer verbringen ihre Zeit bis zum Start mit der Lektüre des Roadbooks. Das haben sie erst am Morgen erhalten. Den Piktogrammen darin sollen sie nun zur Burg Vogelsang in der Eifel folgen.  „Heute wird’s ambitioniert“, beschreibt Markus Schmitz das, was er darin über die unbekannte Strecke lesen kann. Er ist der Beifahrer in einem VW Kübelwagen von 1978, sein Vater Matthias Schmitz sitzt am Steuer. Ein ausgesprochener Reisefahrzeug sei das nicht, „eher ein Abenteuerwagen“, so der Fahrer. Dass sie als Rheinbacher zumindest am Anfang ein paar Ortskenntnisse haben, halten sie aber für günstig.

Gaby und Uli Friedel mit ihrem MG A von 1960 sind bereits zum neunten Mal bei der Rheinbacher Rallye dabei, ebenso ihre Freunde Armin und Helga Berghaus im Alfa Spider von 1971. Die Eifel beeindruckt sie weniger, immerhin haben sie in diesem Jahr schon einen Dolomiten-Tour hinter sich. Da die alten Tachos allerdings nicht sehr genau seinen, setzen sie zusätzlich auf moderne Navigationstechnik in den klassischen Autos.

Auf die müssen Mark und Sabine Kellringer verzichten. Ihr Armstrong Siddely zieht die Blicke auf sich und ist mit dem Baujahr 1936 der älteste Wagen in der Rallye. Seit fünf Jahren besitzen die Rheinbacher den Vorkriegsrennwagen, der optisch stark an ein Flugzeug erinnert. „The Knight in Rusty Armor“ verkündet eine Aufschrift. „Wenn man 100 damit fährt, ist das schon ganz schön sportlich“, beschreibt Mark Kellringer das Fahrgefühl. Aber dass er die Rallye schaffen wird, da ist er so sicher wie Helga Schwadorf in ihrem Pickup Morris 8. Der robuste Wagen aus dem Jahr 1949 sei auch für die rund 180 Kilometer gut geeignet. Nur hätte sie lieber auf das Verdeck verzichtet, traut aber dem Wetter nicht.

Während der Fahrt müssen die Teilnehmer verschiedene Aufgaben erfüllen. Dabei geht es nicht darum, am schnellsten ins Ziel zu kommen. Stattdessen steht beispielsweise eine Gleichmäßigkeitsprüfung an, bei der Lichtschranken kontrollieren, wie gut die Geschwindigkeit gehalten wird. Und natürlich müssen die Oldtimer die Strecke insgesamt schaffen. „Zwischenzeitlich bleibt immer mal ein Auto liegen, vor allem bei dem Wetter“, weiß Pressesprecher Tobias Zoporowski aus den letzten Jahren. Ein eigens auf die Oldtimer eingestellter Pannenhelfer vom ADAC folgt daher dem Feld.

Bis die Fahrer gegen Nachmittag wieder an den Rheinbacher Wällen ankommen, ist in der Innenstadt schon einiges los. Verkaufsstände bieten von der Lederjacke bis zu Söckchen mit Rüschenkante den Look zur Rock`n`Roll-Zeit an. Dazu gibt es Accessoires, Blechschilder und sogar einen Trödelstand mit Stücken jener Zeit. In der Weiherstraße erwartet die Kidzone die jüngeren Besucher mit Schminkstand, Kinderflohmarkt und Aktionstisch. Am Nachmittag können sie hier unter anderem die Eisprinzessin treffen.

Das Musikprogramm beginnt um 17 Uhr mit Rock`n Bella, danach treten Swing Cat Club und die Lenne Brothers auf. Die Sieger der Rallye werden gegen 18.30 Uhr geehrt.