Kommentar zur Gesamtschule Rheinbach

Nicht alternativlos

Viele Eltern und Kinder sind zur Schulausschusssitzung gekommen, bei der es um die Rheinbacher Gesamtschule geht.

Viele Eltern und Kinder sind zur Schulausschusssitzung gekommen, bei der es um die Rheinbacher Gesamtschule geht.

Rheinbach. 30 Rheinbacher Kinder haben eine Absage von der Gesamtschule bekommen, während Kinder aus Nachbarkommunen einen Platz bekommen haben. Das Problem liegt auch daran, dass Eltern aus Meckenheim und Swisttal die Schulen in ihrem Beritt aus den Augen verlieren.

Die kurze Historie der im Sommer 2014 eröffneten Rheinbacher Gesamtschule ist eine Erfolgsgeschichte par excellence. Dass sich die Schule weit über die Stadtgrenzen Rheinbachs hinaus solch einer Beliebtheit erfreut, hat nun allerdings Folgen für 30 Kinder aus Rheinbach, deren Anmeldung abgelehnt werden musste.

Freilich bestünde das Problem in der Massivität gar nicht, wenn nicht nur die Eltern aus Meckenheim oder Swisttal in Betracht zögen, ihre Kinder auf eine der Schulen in Meckenheim und Swisttal zu schicken. Die Sekundarschule in Heimerzheim beispielsweise ist vom Konzept her einer Gesamtschule mindestens gleichrangig. Einzige Ausnahme: Es gibt keine Oberstufe.

Auf der Habenseite verbucht die Sekundarschule etwa ein Kennzeichen, von dem Schüler und Eltern gleichermaßen träumen: Die Klassen der Schule sind deutlich kleiner als an der Gesamtschule. Welche Mutter und welcher Vater mag ernsthaft wollen, dass seine Tochter oder sein Sohn eine Klasse mit – wie im Schulausschuss besprochen – bis zu 30 Kindern besucht, anstatt einer Schule mit deutlich kleineren Klassen und einem vergleichbarem Curriculum den Vorzug zu geben?

Keine Frage: Sekundarschulen haben ebenso zu Unrecht ein Imageproblem wie die verbliebenen Real- und Hauptschulen in der Region. Wer etwa das Meckenheimer Schulcampus betritt und sich die einzelnen Schulformen unter einem gemeinsamen Dach ansieht, entdeckt, mit wie viel Herzblut die Lehrkräfte ihre Schüler auf das Leben vorbereiten. Sie glauben daran und können belegen, dass Schüler mit einem guten Realschul- oder Hauptschulzeugnis auf dem Arbeitsmarkt nicht nur bestehen, sondern wegen praktischer Fähigkeiten auch glänzen können. Der Erfolg der „Meckenheimer Garantie für Ausbildung“ (MeGA) beweist diese Annahme an der Meckenheimer Geschwister-Scholl-Hauptschule seit Jahren sehr eindrucksvoll.

Es ist schlicht falsch, dass es zur Gesamtschule in Rheinbach kein vergleichbares Angebot gibt. Sie ist nicht alternativlos.