Würgeschlange in Oberdrees

Nach Schlangenfund: Peta will Verbot gefährlicher Reptilien

Selbst ungiftige Schlangen eignen sich nach Ansicht von Tierschützern nicht hierzulande als Haustiere.

Selbst ungiftige Schlangen eignen sich nach Ansicht von Tierschützern nicht hierzulande als Haustiere.

Rheinbach. Die Tierschützer der Organisation Peta fordern nach der Rettungsaktion für eine Würgeschlange in Rheinbach-Oberdrees, die Haltung und den Verkauf von Reptilien zu untersagen.

Der Fund und die Rettung einer aus ihrem Terrarium ausgebüxten Würgeschlange in Oberdrees zieht jetzt weitere Kreise: Der in Stuttgart ansässige Bundesverband der Tierschutzorganisation Peta hat als Konsequenz aus der Rettungsaktion am Montagnachmittag ein sofortiges Haltungs- und Verkaufsverbot für gefährliche und giftige Reptilien in Nordrhein-Westfalen gefordert. Die Tierschützer appellieren an die NRW-Landesregierung, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen.

„Während einige Bundesländer wie Hessen oder Schleswig-Holstein die Haltung giftiger Tiere bereits weitgehend verboten haben, fehlt es in den meisten Ländern an einer Regelung“, erklärte Katharina Wicke, Pressesprecherin von Peta. Die Rheinbacher Feuerwehr hatte die ungiftige Würgeschlange mittels Drehleiter unter einer Dachgaube gefunden und eingefangen (der GA berichtete).

Dass die Schlange entkommen konnte, zeige „einmal mehr, dass gefährliche Schlangen nichts in Privathand zu suchen haben“, sagte Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Die anspruchsvollen Exoten können in Wohnzimmern nicht tiergerecht gehalten werden und stellen eine große Gefahr für die menschlichen Bewohner dar. Etliche gefährliche, exotische Tiere sind auf Tierbörsen und im Internet frei verkäuflich“, erklärte Hoger. Zum Schutz von Mensch und Tier sollte NRW die Haltung und den Verkauf von diesen Tieren verbieten, so Hoger.