Sorge um bekannten Baum

Muss die Hexenbuche in Hilberath gefällt werden?

Von der Hexenbuche bei Hilberath ist ein großes Stück aus der Krone gebrochen.

Von der Hexenbuche bei Hilberath ist ein großes Stück aus der Krone gebrochen.

Rheinbach-Hilberath. Aus der Krone der Hexenbuche im Rheinbacher Ortsteil Hilberath ist ein großer Ast gebrochen. Ein Experte soll nun untersuchen, ob das Naturdenkmal noch zu retten ist oder gefällt werden muss.

Spaziergänger haben es längst bemerkt: Der Hexenbuche bei Hilberath, im Volksmund „Krus Boch“ genannt, geht es nicht gut. In der Krone des weit über Rheinbach hinaus bekannten Naturdenkmals klafft eine Lücke. Ein mächtiger Ast ist abgebrochen und neben den Stamm der rund 120 Jahre alten Buche gestürzt. Doch nicht die anhaltende Dürre hat der Hexenbuche geschadet. Sebastian Tölle, Förster im Rheinbacher Stadtwald, hat eine andere Ursache ausgemacht: „Ein Gewitter war schuld daran, dass der Ast abgebrochen ist.“

Ohnehin sei diese morsche Stelle sozusagen eine Sollbruchstelle gewesen, so Tölle weiter. Der Förster hatte bereits zuvor zahlreiche Schäden und auch Parasitenbefall an der Buche entdeckt. „Ich wundere mich schon lange, dass der Baum überhaupt noch lebt.“ Der jüngste Verlust eines großen Astes habe den Zustand des Naturdenkmals noch verschlimmert. Er ist sicher: „Der Baum hat sein Lebensende erreicht.“ Ein Experte des Rhein-Sieg-Kreises soll ihn seiner Aussage nach nun begutachten und prüfen, ob gegebenenfalls noch stabilisierende Maßnahmen möglich sind.

Die knorrige Hexenbuche gilt als Laune der Natur. Im Verhältnis zu ihrem Alter ist die Buche mit ihren zwölf Metern zwar nicht besonders hoch, dafür ist die Verästelung ihrer Krone sehr bizarr. Die meisten Zweige wachsen zur Seite, einige neigen sich weit zur Erde hinunter. Wegen der stark verflochtenen Äste, die einem Hexenbesen ähneln, erhielt sie ihren Namen. Der frühere Stadtförster Hans Lenzen hatte eine Erklärung für dieses Phänomen: Schuld ist wahrscheinlich ein Bakterium.