Tomburg-Ruine in Rheinbach

Mauerwerk der Tomburg-Ruine wird saniert

Tomburg: Der Vorsitzende der Tomburgritter Jörg Schnebele, der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz, Bernd-Michael Vangerow von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und viele andere freuen sich über die Fördermittel zur Sanierung der Tomburgruine.

Tomburg: Der Vorsitzende der Tomburgritter Jörg Schnebele, der Rheinbacher Bürgermeister Stefan Raetz, Bernd-Michael Vangerow von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und viele andere freuen sich über die Fördermittel zur Sanierung der Tomburgruine.

RHEINBACH-WORMERSDORF. Wind und Wetter haben der Ruine und den Mauerresten stark zugesetzt. Um weiterer Erosion Einhalt zu gebieten, sollen das Bruchsteinmauerwerk und die Mauerkronen der Umfassungsmauern der Tomburg-Ruine ab dem Frühjahr saniert werden.

Weithin sichtbar erheben sich die Reste des Bergfrieds der Tomburg auf dem rund 300 Meter hohen Basaltkegel. Die Ruine ist ein Wahrzeichen für Rheinbach und eine Landmarke in der Region, die sich zum Beispiel auch im Logo der Grafschafter Krautfabrik wiederfindet und so eine überregionale Bekanntheit hat.

Wind und Wetter haben der Ruine und den Mauerresten stark zugesetzt. Um weiterer Erosion Einhalt zu gebieten, sollen das Bruchsteinmauerwerk und die Mauerkronen der Umfassungsmauern der Tomburg-Ruine ab dem Frühjahr saniert werden.

Möglich wird dies dank Fördermitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 60.000 Euro aus Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Westlotto. Von Seiten der Stadt Rheinbach selbst kommt noch einmal derselbe Betrag. Und die Tomburg Ritter nehmen die Sanierung „ihres“ Zuhauses zum Anlass, 2 000 Euro aus der Vereinskasse beizusteuern. Das Projekt haben Vertreter der Fördergeber, Stadt, Archiv-Freunde, Architekt, Tomburg Ritter und Georgsring mit der Initiative Neue Pfade jetzt vorgestellt.

Bäume wurden entfernt

Basis der Sanierung sind detailliert ausgearbeitete Konzepte mit Kostenplan, so der Vorsitzende der Freunde des Stadtarchivs Rheinbach und ausgewiesene Kenner und Forscher der Tomburg, Andreas Herrmann.

Im Vorfeld seien intensive Abstimmungen und Abwägungen notwendig gewesen, um den Interessen und Belangen von Bodendenkmalpflege und Naturschutz gerecht zu werden. Deshalb habe die Stadt ein Artenschutzgutachten erstellen lassen, so Bürgermeister Stefan Raetz. Bäume, die durch ihre Wurzelkraft Mauerreste noch weiter zu beschädigen drohten, wurden bereits entfernt, Pflanzen müssen an anderer Stelle neu gepflanzt werden.

Der Georgsring mit seiner Initiative Neue Pfade wird den Efeubewuchs am Mauerwerk entfernen, um die Arbeiten am Mauerwerk zu ermöglichen, wie Werner Gerhards erläuterte.

Im Zuge der Sanierung sollen ausgewaschene Fugen wieder verfüllt und ausgebrochene Steine wieder eingesetzt werden. Das Material dazu soll aus vorhandenen Trümmerblöcken herausgelöst werden. Die Mauerkronen sollen in Abstimmung mit den Denkmalpflegebehörden eine Abdeckung erhalten, um die Erosion so lange wie möglich hinauszuzögern, wie der beauftragte Diplomingenieur Josef Axer erläuterte.

Militärposten in römischer Ära

Was heute nur geübte Augen erkennen: Die Standorte der fachwerkartigen Wirtschaftsgebäude, von Backofen und Heizungsanlage sollen wieder sichtbar gemacht werden, wie Herrmann erläuterte. Und zur Sicherung werden die Neuen Pfade außerhalb der Förderung die gesamten Holzgeländer erneuern.

Auf dem Tomberg hat es nach entsprechenden Funden vermutlich schon zu keltischer Zeit eine Schanze und in römischer Ära einen Militärposten gegeben. In karolingischer Zeit entstand dort an der Heerstraße von Aachen nach Frankfurt ein Stützpunkt.

Die Burg wurde erstmals im 11. Jahrhundert als Sitz der Pfalzgrafen erwähnt, später war sie im Besitz der Kölner Erzbischöfe und noch später ging sie an die Herren von Saffenburg über. 1473 wurde sie von Wilhelm von Jülich belagert und zerstört.