Leichter Zugang zu einem schweren Thema

"Hospiz bewegt": Unter diesem Motto tritt Manfred Engler in die Pedale und demonstriert (v.l.) Bert Spilles, Petra Kalkbrenner und Stefan Raetz, wie das Smoothie-Fahrrad funktioniert.

"Hospiz bewegt": Unter diesem Motto tritt Manfred Engler in die Pedale und demonstriert (v.l.) Bert Spilles, Petra Kalkbrenner und Stefan Raetz, wie das Smoothie-Fahrrad funktioniert.

RHEINBACH. Ein Smoothie-Fahrrad dient der Ökumenischen Hospizgruppe Meckenheim-Rheinbach-Swisttal an ihrem Infostand als Eyecatcher.

Krankheit, Tod und Trauer werden gerne aus dem Alltag verdrängt, keiner möchte sich damit beschäftigen. Um Scheu und Hemmschwellen abzubauen, hat die Ökumenische Hospizgruppe Meckenheim-Rheinbach-Swisttal anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens und des Welthospiztages die Öffentlichkeit gesucht - nicht allein mit Flyern und einem Infostand, sondern mit einem Hingucker.

Der Verein hatte in der Raiffeisenpassage das neue Smoothie-Fahrrad aufgestellt. Unter dem Motto "Hospiz bewegt" konnten die Besucher in die Pedale treten und so einen Mixer antreiben, der Obst-Smoothies rührte.

Zu den ersten "Smoothie-Produzenten" gehörten die Bürgermeister der drei Kommunen des Einzugsgebietes der Hospizgruppe, Bert Spilles, Stefan Raetz und Petra Kalkbrenner, sowie die Hausherren und Vorstände der Raiffeisenbank, Mathias Lutz und Burkhard Kraus. Die Aktiven um den Vorsitzenden Professor Lukas Radbruch, Dieter Engels und Manfred Engler hatten mit dem ungewöhnlichen Fahrrad für einen besonderen Eyecatcher gesorgt.

Mit ihren Aktionen zum Welthospiztag wollte die Gruppe den Interessenten die Möglichkeit geben, sich mit einer gewissen Leichtigkeit, so Engels, mit der Frage zu beschäftigen "Was will ich noch tun - bevor ich den Löffel abgebe?".

"Das Thema Tod und Begleitung schwer kranker Menschen muss uns alle beschäftigen", sagte Spilles. Er dankte der Hospizgruppe, sie habe eine "nicht leichte Aufgabe". Raetz hob die "starken Persönlichkeiten" hervor, die in dieser ehrenamtlichen Arbeit gemeinsame christliche Werte leben.

"Sie begleiten nicht nur Menschen auf ihrem letzten Weg. Sie geben auch Kraft und Rat, wenn das Leben erloschen ist", sagte er. Kalkbrenner erinnerte daran, dass Hospiz für eine "lebensbejahende Grundidee" stehe und die Hospizarbeit den Menschen im letzten Lebensabschnitt so viel Würde und Lebensqualität wie möglich geben wolle. Sie dankte den "besonderen Menschen, die sich dieses schwierigen Ehrenamtes annehmen."

Rund 60 ehrenamtliche, qualifizierte Sterbe- und Trauerbegleiter und drei Koordinatorinnen engagieren sich in der Hospizgruppe. Sie stehen Schwerstkranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen zur Seite. In jedem Einzelfall wird entschieden, wie den betroffenen Menschen jeden Alters am besten geholfen werden kann.

In Meckenheim und Rheinbach wird zudem jeweils zweimal im Monat ein Gesprächscafé für Trauernde angeboten. Die Arbeit wird über Spenden und Beiträge der rund 360 Mitglieder finanziert. (sax)

Mehr Infos unter www.hospiz-voreifel.de