"Wasser für Roms Städte"

Klaus Grewe präsentierte sein Buch zur gleichnamigen Ausstellung

Am Teilstück des Römerkanals: Klaus Grewe mit seinem neuen Buch zum Aquäduktbau.

RHEINBACH. Wer Klaus Grewe von der "unglaublichen Genauigkeit der Römer, vom Pragmatismus und hohen Niveau der römischen Ingenieurskunst" schwärmen hört, lässt sich bereitwillig anstecken von der Begeisterung des Swisttaler Wissenschaftlers für römische Wasserleitungen.

Vor rund zwei Dutzend Gästen, darunter Verleger Bruno Hof und Vertreter des Freundeskreises Römerkanal, stellte Grewe am Mittwochabend sein Buch "Wasser für Roms Städte" in der Rheinbacher Buchhandlung Kayser vor.

In dem opulent ausgestatteten, 396 Seiten starken Bildband bündelt Grewe seine Forschungsergebnisse aus 43-jähriger Tätigkeit beim Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und präsentiert der Öffentlichkeit nach früheren Publikationen nun einen reich bebilderten Gesamtüberblick. Mit seinem Vortrag weckte er zugleich das Interesse an der Ausstellung "Wasser für Roms Städte" im Museum der Badekultur in Zülpich, zu der der gleichnamige Bildband aus dem Rheinbacher Regionalia-Verlag den Begleitband darstellt.

"Der Erfolg der Römer war nicht nur militärisch begründet, sondern auch durch ihre Erfindungen. Der Halbkreisbogen und Beton statt Großsteinquader ermöglichten ihnen haltbare Großbauten", führte Grewe aus. "Im Aquäduktbau der Römerzeit wird eine Technik sichtbar, die Laien und Fachleute auch heute noch erstaunt.

Die großartigen Brücken, die Druckleitungen und die durchstrukturierten Tunnel belegen nicht nur ein außerordentliches technisches Können, sondern sind darüber hinaus großartige Beispiele für die Demonstration römischen Machtanspruchs." Der Wissenschaftler gewährte fesselnde Einblicke in eigene Entdeckungen, etwa zur Vermessungstechnik der Römer und der Enträtselung eines antiken Reliefs mit der Darstellung einer Doppelsteinsäge.

"Dass diese Maschine mit einem Getriebeantrieb ausgestattet war, dessen Erfindung man bisher viel später angesetzt hatte, war technikgeschichtlich von großer Bedeutung. Und natürlich bedurfte diese Maschine des Antriebs durch das Wasser", erklärte der promovierte Ingenieur. Modellnachbauten dieser Säge oder auch des Chorobaten, eines römischen Nivelliergerätes, sind in der Zülpicher Ausstellung zu sehen.

Das Buch und die Ausstellung läuten die Veranstaltungsreihe "Römisches Rheinland 2014" ein. Zahlreiche Aktionen und Vorträge in der ganzen Region, darunter die Wanderung "Römisches Rheinbach" mit Lorenz Euskirchen am 22. Mai sowie ein großer Römertag am 31. August im Freizeitpark, ranken sich rund um die Einflüsse des Römischen Reichs auf die Geschichte des Rheinlands.

Die Ausstellung

Die Ausstellung "Wasser für Roms Städte" ist vom 22. März bis 12. Oktober im Museum der Badekultur in den Römerthermen Zülpich zu sehen. Sie wird gefördert von der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbands Rheinland, dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW sowie der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

Sie zeigt in insgesamt drei Abteilungen den römischen Aquäduktbau und die nachrömische Nutzung der Bauwerke als Steinbruch des Mittelalters. Mit Fotos, Modellen und Originalfundstücken führt die Ausstellung in die Welt des römischen Aquäduktbaus ein. Klaus Grewe ist wissenschaftlicher Kurator der Ausstellung.

Weitere Vorträge

Ein Vortragsmarathon über römische Wasserleitungen erwartet Interessierte am kommenden Dienstag, 18. März, ab 19 Uhr im Krea-Forum in Swisttal-Morenhoven. Dann referiert Klaus Grewe zunächst über "Glanzlichter römischen Wasserleitungsbaus im Imperium Romanum" und anschließend, gegen 20.30 Uhr, über die Eifelwasserleitung nach Köln und die Verwendung des Bauwerks im Mittelalter. Eintrittskarten zum Preis von drei Euro gibt es an der Abendkasse.

"Wasser für Roms Städte", 396 Seiten, ISBN 978-3-95540-127-6, Preis: 29,95 Euro