Nach Brand in Rheinbach

Kindergarten erhält Ersatz für abgebrannte Bauwagen

RHEINBACH. Der Waldkindergarten in Rheinbach hat nach dem Brand im November zwei nagelneue Bauwagen erhalten. Den schnellen Ersatz für die ausgebrannten Wagen haben viele Spender möglich gemacht.

„Jetzt geht’s los!“ Von ihrem Logenplatz am Waldweg beobachten die Kinder der Waldmeister- und der Brombeergruppe am Montag gleich am frühen Morgen gespannt das Geschehen. Den Waldweg hinunter fährt ein historischer Steyr-Laster. Auf seinem Hänger: der neue große Bauwagen für die Brombeerwichtel, zehn Meter lang, aus Lärchenholz mit grünen Fensterläden. Die beiden Forstwirte David Münz und Luca Künzl haben mithilfe einer Schaufel am Trecker schon Holz und Steinplatten vorbereitet, um den Wagen an seinem endgültigen Standort hochzubocken.

Allerdings muss der erst einmal vom Hänger runter. Dabei sind Augenmaß, Geduld und Teamarbeit gefragt. Zimmermeister Markus Meier hat den Bauwagen der Firma Martens schon am Vortag vom dem Produktionsbetrieb in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) bis zum Parkplatz Waldkapelle gebracht und mit Tochter Lilly im zum Wohnmobil umgebauten Steyr übernachtet.

Jetzt entfernt er Spanngurte und Sicherungen, Rampen werden angelegt. Künzl dirigiert seinen Kollegen Münz am Steuer des Treckers, um den Bauwagen auf dem Hänger in die richtige Position und dann abwärts über die Rampen sicher auf den Waldweg zu ziehen. „Jetzt kann nichts mehr passieren. Der Rest ist kein Problem“, sagt Stadtförster Sebastian Tölle.

Durch Brandstiftung waren die beiden Bauwagen der Brombeerwichtel im vergangenen Jahr zerstört worden. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung und verschiedener Einrichtungen war enorm. Ein besonderer Glücksfall für den Waldkindergarten war die Großspende der Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung aus Nürnberg in Höhe von 80.000 Euro, die die schnelle Anschaffung der beiden neuen Bauwagen möglich gemacht hat.

Schon vor Weihnachten war der in Mecklenburg-Vorpommern gekaufte kleinere Bauwagen auf dem Gelände des Waldkindergartens aufgestellt worden, wie Martin Mertens von der „Bauwagen-Task-Force“ der Elterninitiative sagt. Der acht Meter lange Wagen ist für das Material gedacht. Er soll mit dem größere Gruppenwagen wieder mit einem Dach verbunden werden, sodass die Kinder trockenen Fußes von einem zum anderen gehen und ihre Sachen aufhängen können, erläutert er mit Vorstandsmitglied Janine Tölle.

Wie einige Eltern, die gekommen sind, ist auch der Vorsitzende der Elterninitiative Waldkindergarten, David Chakrabarty, erleichtert: „Die zwei wichtigsten Sachen sind jetzt da: die beiden Bauwagen. Jetzt wird noch von der Firma Martens die Heizung eingebaut. Und dann ist noch einiges zu tun: Regendach und die Innenausstattung bauen. Aber wir haben Fachleute wie Schreiner unter den Eltern und mit viel Eigenleistung schaffen wir das.“

Finanziell sei der Ausbau gesichert, denn über die Falk-Stiftung hinaus stünden weitere Spenden auch von lokalen Firmen zur Verfügung. Wenn das Domizil der Brombeergruppe wieder hergerichtet ist, soll es ein Wiedereröffnungs- und Dankeschön-Fest geben. Am Montag rufen die 38 Kinder von Waldwichteln und Brombeeren ihr „Danke!“ schon vorab laut allen Helfern und Spendern zu.