Motivationsvortrag in Rheinbach

Joey Kelly lief einen Triathlon bis auf die Bühne

Joey Kelly kämpft sich während einer Prüfung der "Iron Man Challenge" im Monsterbaggerpark Rattelsdorf bei Bamberg (Oberfranken) durch einen Parcours.

Joey Kelly kämpft sich während einer Prüfung der "Iron Man Challenge" im Monsterbaggerpark Rattelsdorf bei Bamberg (Oberfranken) durch einen Parcours.

Rheinbach. Er ist Musiker, doch er gehört auch zu den erfolgreichsten Extremsportlern Deutschlands: In einem Vortrag erzählte Joey Kelly, wie er einst ungeduscht und in Laufmontur vor 70.000 Michael-Jackson-Fans aufgetreten ist.

Joey Kelly (46) hat bisher alle Herausforderungen bestanden: vom Ultraman auf Hawaii über den Sahara-Wüstenlauf quer durch die größte Wüste der Welt, den Badwater Ultramarathon im Death Valley und das Alaska 100-Meilen-Race bis hin zum Radrennen „Race Across America“ von der Westküste bis zur Ostküste der USA. Eindrücklich und gespickt mit feiner Ironie berichtet er von extremen Erfahrungen wie dem „Wettlauf zum Südpol“, bei dem er 400 Kilometer in antarktischer Eiseskälte absolvieren musste. „Zweieinhalb Wochen ohne Dusche, das ist brutal – auch für einen Kelly“, sagte Joey Kelly und lacht.

Von Vater Dan Kelly habe er die Lebensweisheit gelernt: Das Glück liegt auf der Straße – und auch das Geld. Ein Überfall auf die Kellys in Italien bringt die wachsende irische Großfamilie dazu, auf der Straße zu singen. Der Hut geht rum und füllt sich zusehends. Ob die Auftritte auf öffentlichen Plätzen in ganz Europa, später in Stadien größter Größenordnung, gut war, verriet am Anfang der Kelly-Karriere ein Kriterium: „Der Hut lügt nie“, meinte Joey Kelly.

Leistungsfähig dank Sport

„Ohne den Sport wäre ich nicht so leistungsfähig“, berichtete der 46-Jährige. Sein Enthusiasmus im Bezug auf Ausdauerwettkämpfe führt in den 90er Jahren dazu, dass er noch ungeduscht, in Laufklamotten und mit seiner Startnummer vor 70.000 Michael-Jackson-Fans im Münchner Olympiastadion auftrat. Er hatte zwar sein Ziel erreicht, einen Triathlon im mittelfränkischen Roth in einer Traumzeit zu schaffen – nur der Hubschrauberflug zum wartenden Stadion in München hätte nach Kellys Rechnung ein wenig schneller ablaufen müssen, erinnerte er sich.

Mit Fotos und kurzen Filmaufnahmen seiner Wüstendurchquerungen, seines Fußmarschs zum Südpol, dem „Race Across America“ oder von seinem Fußmarsch von Flensburg zur Zugspitze zeigen, warum der 46-Jährige mittlerweile zu den erfolgreichsten Extremsportlern in Deutschland gehört. Nicht umsonst trägt sein Vortrag den Titel „No Limits“ (Grenzenlos).

Und sollte ein Ausdauersportler mal an dem Punkt angelangt sein, an dem der Körper meint, nicht mehr weiter zu können, wertet Kelly dies zumeist als „Hysterie des Körpers“. Seine Formel lautet: „Es geht immer weiter."