Literaturbühne

Handgemachte Literatur aus der Region

Rheinbach, TextProbe in der Buchhandlung Kayser mit Philipp Fröhlich.

Rheinbach, TextProbe in der Buchhandlung Kayser mit Philipp Fröhlich.

RHEINBACH. Ob Erziehungstipps vom Versicherungsmathematiker, düstere Dystopien oder Gute-Nacht-Geschichten für Kinder. Bei der 20. Textprobe des Vereins "Rheinbach liest" findet jeder seine Bühne.

Gedichte und Prosa, lange Texte, kurze Texte, schaurige und witzige: Auf der Bühne der Textprobe dürfen sie alle vorgestellt werden. Zum bereits 20. Mal hatten die Buchhandlung Kayser, die öffentliche Bücherei Sankt Martin und der Verein „Rheinbach liest“ zu diesem Format eingeladen. Veranstaltungsort war dieses Mal der Verkaufsraum der Buchhandlung dran. Die Textprobe bietet Schreibern ein Forum, um ihre Arbeiten am Publikum zu testen. Gerne auch Unveröffentlichtes, wie Gerd Engel, zweiter Vorsitzender von „Rheinbach liest“, sagt. „Ein Text, der veröffentlicht wurde, ist oft nicht besser.“ Aber die Rückmeldung bei einem solchen Auftritt könne durchaus den Impuls geben, aus einer Idee einen Roman zu machen.

Günter Detro, mit bisher 14 Teilnahmen ein echter Textprobe-Veteran, ist diesen Weg gegangen. Im Dezember erscheint sein nächstes Buch, das ursprünglich eine Kurzgeschichte zur Textprobe war. Auch seine „Kriminalgeschichte mit Pointe“ und dem Titel „Keine Gewissensbisse“ packte an diesem Abend das Publikum mit erstaunlichen Erlebnissen eines Briefmarkensammlers.

Doch auch weitere bekannte Gesichter waren vertreten. Die gerade erst 18-jährige Paula Amahatou beispielsweise, die den Anfang eines Romans mitgebracht hatte. Eine düstere Dystopie, die ihr schon vor ein paar Jahren vorschwebte. Und etwas ganz anderes als „Die Bootsfahrt“, die Stefanie Andrea Krämer aus ihren „Gute-Nacht-Geschichten“ für Kinder ausgewählt hatte. Die Zuhörer bekamen außerdem Einblicke in ein neues Buch von Tabea Burgschat und in die aktuellen Arbeiten von Iro Kratz und Hasso Rieck. Sogar ganz spontane Vorträge gab es, wie einen Auszug aus Peter Willers Lebenserinnerungen und ein paar Gedichte von Wolfgang Bittscheidt. Die beiden waren eigentlich zum Zuhören gekommen, ließen sich aber von Engel gerne überreden, mitzumachen.

Und dann gab es auch noch einen Besucher aus Köln. Philipp Fröhlich, „35, Versicherungsmathematiker, Single, keine Frau, keine Kinder“, wie er sich selbst vorstellte, war Engel bei „Kunst für Bares“ aufgefallen und bekam gleich zwei Gelegenheiten, seine humorvollen Gedichte vorzutragen. Hilfreiche, nicht ganz ernst gemeinte Erziehungstipps waren darunter sowie weise Worte an Frauen, die den Mann fürs Leben suchen. Mit der Ukulele wurden daraus gesungene Flirterfahrungen – und die Begründung, warum er eben doch noch Single sei. Egal, Hauptsache, auch er ist nicht zum letzten Mal bei der Textprobe dabei.