Fest in Wormersdorf

Hagen vom Wiesengrund erhält von den Tomburg Rittern den Ritterschlag

Der Erste Ritter Jörg vom Schneewald (re.) schlägt Hagen vom Wiesengrund zum Ritter. FOTO: SAXLER-SCHMIDT

Der Erste Ritter Jörg vom Schneewald (re.) schlägt Hagen vom Wiesengrund zum Ritter.

RHEINBACH-WORMERSDORF. Hagen vom Wiesengrund erhält von den Tomburg Rittern den Ritterschlag

"Huld! Huld! Jubel!" Stolz streckte der gerade eben zum Ritter geschlagene Hagen vom Wiesengrund Schwert und Schild mit dem Wappen des geschwänzten Hasen unter dem Jubel der versammelten Ritterschaften und des Volks von Wormersdorf hoch. Ein Moment für die Ewigkeit, nicht nur für den neuen Ritter selbst. Ein Moment, der auch einen herausragenden Platz in den Kindheitserinnerungen seiner Söhne Corvin (8) und Silvan (5) haben wird. Die beiden hatten die wichtige Aufgabe, ihrem Vater die Sporen an den Fußgelenken zu befestigen, nachdem ihre Mutter Heike vom Wiesengrund (Haas) ihrem Gatten das Büßergewand aus- und den Waffenrock in den Farben seines Wappens Rot-Weiß mit dem geschwänzten Hasen angezogen, Schwertgurt umgelegt und das Schwert überreicht hatte.

Die Nacht vor seinem Ritterschlag hatte Hagen noch als Knappe im Büßergewand im Gebet auf der Tomburg verbracht, wie Herold Daniel von Eben (Ebner) den versammelten Ritterschaften und dem Volk von Wormersdorf verkündete.

So kniete Knappe Hagen noch im Büßergewand vor dem Ersten Ritter der Tomburg Ritter, Jörg vom Schneewald, seiner Gemahlin Claudia (Schnebele) und dem Reichskanzler Reinhard von Dassel (Heiko Hahne) in Vertretung von Kaiser Barbarossa nieder und sprach in lateinischer Sprache die Eidesformeln. Dem Volk von Wormersdorf übersetzte des besseren Verständnisses halber Jürgen vom Adlerhorst die Formel ins Deutsche.

So schwor Hagen vom Wiesengrund unter anderem, die Schwachen zu verteidigen, nie vor dem Feind zu fliehen, bis zum Tod gegen Ungläubige zu kämpfen und seine Pflichten gegenüber seinem Lehnsherren zu erfüllen. Jörg vom Schneewald gab ihm dann eine Backpfeife als letzten Schlag um ihn schließlich mit dem Schwert zum Ritter Hagen vom Wiesengrund zu schlagen.

Dieser Ritterschlag war eine Besonderheit, wie der Erste Ritter dem GA erläuterte: mit Hagen vom Wiesengrund wurde erstmals am Samstag des mehrtägigen Heerlagers ein "Auswärtiger" zum Ritter geschlagen. Aus den Reihen der Tomburg Ritter war in diesem Jahr keiner der Knappen so weit, diese Ehre zu empfangen, so der Erste Ritter.

Während der Knappenzeit erfolge die Ausbildung der jungen Männer unter anderem an Waffen ebenso wie in höfischem Tanz. Diese Ausbildung haben mit ihrer Ernennung zu Knappen drei Pagen begonnen, die in die Obhut ihrer Ritter gegeben wurden: Philipp bei Gerd zu den Vier Winden, Noah bei Rolf von Greifentreu und Robert bei Wolfgang vom Kottenforst.

"Letztlich ist der Ritterschlag dann aber auch eine Frage der Reife", so der Erste Ritter der rund 100 Aktive zählenden Tomburg Ritterschaft. Und zweifellos auch eine Frage der körperlichen Kraft, denn eine Ritterrüstung wiegt zwischen 27 und 40 Kilo.

Das demonstrierte Ritter Michael von Mandetzhain (Noß), der sich nur mit Hilfe seines Knappen Kai (Hoffmann) und eingeübter Bewegungen seiner Ausrüstung entledigen konnte. Das mehrtägige Heerlager der Tomburg Ritter war auch beim 14. Ritterschlag wieder Ziel vieler Familien mit Kindern, die in die - fast - authentische Zeit des Mittelalters eintauchten. Neben dem Ritterschlag gab es Kinder-Ritterturnier und Kinder-Ritterschlag oder Ernennung zu Burgfräulein. Erwachsene konnten sich im Bogenschießen mit englischen Langbögen üben.

Mit mittelalterlicher Musik untermalten die "Irrlichter" das Lagergeschehen und Demonstrationen von ritterlicher Kampfkunst. Handwerkliches wie aus Eisen geschmiedetes Feldscher-Besteck von Roger und Sonja von Daun (Neuens) war ebenso interessant wie Blicke in die über 80 Zelte der vielen Ritterschaften am Fuße der Tomburg.