"Weihnachtswunder" in Rheinbach

Großspende hilft Brandopfern des Waldkindergartens

Rheinbach. Eine Stiftung aus Nürnberg gibt für den raschen Wiederaufbau der ausgebrannten Gruppenwagen des Waldkindergartens 80.000 Euro. Damit ist die Elterninitiative auf einen Schlag alle Sorgen los.

Diese Nachricht lässt David Chakrabarty, Vorsitzender der Elterninitiative Waldkindergarten Rheinbach, schier ins Schwärmen geraten: „Beim Waldkindergarten ist die wundervolle Zeit angebrochen. Weihnachten wird bei uns um einen Monat vorverlegt, die Freude wird aber lange darüber hinaus anhalten“, sagt Chakrabarty. Nicht weniger als das ersehnte Weihnachtswunder sei nach dem verheerenden Brand der beiden Gruppenbauwagen am 16. November geschehen: Eine Stiftung stellt der Rheinbacher Elterninitiative die 80.000 Euro zur Verfügung, die zur Anschaffung von zwei neuen Bauwagen vonnöten sind, wie Chakrabarty am Mittwoch dem General-Anzeiger sagte.

Hintergrund: Unbekannte Brandstifter hatten an den beiden Gruppenbauwagen der Brombeerwichtel nach Angaben der Ermittler Brandbeschleuniger entzündet. Die Flammen breiteten sich anschließend auf die beiden Wagen aus, die etwa 20 drei bis sieben Jahre alten Kindern des Waldkindergartens als Unterschlupf bei Sturm, Dauerregen und eisiger Kälte dienen. Da der Verein eine Neuanschaffung der beiden Holzgefährte nicht aus eigener finanzieller Kraft stemmen konnte, hatten viele Rheinbacher Bürger und Gewerbetreibende Spendenaktionen gestartet. „Wir haben unzählige Hilfsangebote aus der Bevölkerung erhalten,“ schilderte Chakrabarty. „Viele Menschen starteten eigenständig Spendenaktionen oder boten ihre Hilfe bei den Aufräumarbeiten auf unserem Waldgeländes an. Spaziergänger, die unsere Kinder im Wald sahen, spendeten spontan oder trösteten mit netten Worten, so dass wir trotz der schweren Situation hoffnungsvoll einen Neuanfang für unser Brombeeren planen konnten.“

Stiftung wird durch Interview auf Situation aufmerksam

Um auf die Situation der Brombeerwichtel aufmerksam zu machen, organisierte die Elterninitiative zahlreiche Interviews für Zeitungen, Radio und Fernsehen, in denen betroffene Eltern die Situation des Kindergartens erklärten und um Spenden für den Verein baten. Eines dieser Interviews erreichte die erst im Januar 2017 gegründete Falk-Stiftung für Gesundheit und Bildung in Nürnberg. Zweck der Stiftung ist unter anderem insbesondere die Förderung von Kindergärten. „Die schwere Situation des Waldkindergartens in Rheinbach hat uns tief berührt“, erklärte Stifterin Gudrun Falk die Situation. Da der Stiftung, so Falk, insbesondere die Bildungsarbeit im Vorschulbereich am Herzen liegt, habe sie sich dazu entschlossen, die gesamte Schadenssumme in Höhe von 80 000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Wir freuen uns, mit dieser Spende dem Verein eine schwere Last zu nehmen und den Kindern einen glücklichen und sorgenfreien Start in die Weihnachtszeit zu ermöglichen“, sagte Gudrun Falk.

Große Erleichterung und in gleichen Maße Dankbarkeit erfüllt die Eltern der Waldkinder. „Das ersehnte Weihnachtswunder ist eingetreten“, findet Vorstandsmitglied und Mutter Britta Mertens. „Wir möchten aber auch den Rheinbacher Bürgern für ihren enorme Hilfsbereitschaft und die bisherigen Spenden danken. Wir werden auch diese Spenden gut überlegt für die Brombeerwichtel einsetzen und die Öffentlichkeit über die Verwendung informieren“, sagte Mertens. Als Dank werde der Waldkindergarten am Freitag, 7. Dezember, zum traditionellen „Keksesingen“ in der Rheinbacher Innenstadt kostenlos kleine Tüten mit selbst gebackenen Keksen an Passanten verteilen und mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern die Menschen erfreuen. Eine Uhrzeit steht noch nicht fest.