Fehlerhafte Markierung

Google Maps verschiebt berühmtes Rotlichtviertel nach Rheinbach

Rheinbach. Verruchter Nordosten: Laut dem Kartendienst der Internetsuchmaschine Google wandert ein weltberühmtes Amüsierviertel in ein Rheinbacher Gewerbegebiet - direkt an der Autobahn liegt der "Red Light District".

Durch die Altstadt zieht sich ein schier endloses Netz aus Wassergräben. Sie sind gerade so breit, dass nur erfahrene Grachten-Schiffer durch die engen Kanäle zu manövrieren vermögen. In den von ihren Booten aufgewiegelten Wellen spiegeln sich die Leuchtreklamen der Etablissements am Ufer, in deren fahlem, rotem Licht leichtbekleidete Damen ihre pikanten Dienste anbieten. 

Wer angesichts solcher Bilder an die niederländische Metropole Amsterdam und ihren weltbekannten Rotlichtbezirk denkt, liegt jedoch falsch – zumindest wenn es nach Google Maps geht. Denn der Kartendienst der Internetsuchmaschine verortet das als "Red Light District" beschriebene Amüsierviertel in Rheinbach.

Das Rotlichtviertel liegt laut Google Maps direkt an der A61.

Das Rotlichtviertel liegt laut Google Maps direkt an der A61.

 

Laut Google-Nutzern lohnt sich ein Besuch in das im Netz markierte Viertel im Nordosten der Stadt. Es liegt direkt an der A61, zwischen der Gutenbergstraße  und der Flerzheimer Straße. Ein Besucher lobt diesen „fantastischen Ort“, ein weiterer bewundert die vielen Haschischkneipen. Dazu zeigt Google eine ganze Reihe von Fotos, die verruchte Atmosphäre verbreiten.

Doch bevor Feierwillige aus der Region jetzt ihre Koffer packen und zu einem Kurzurlaub nach Rheinbach pilgern: Bei dem Google-Eintrag handelt es sich um eine fehlerhafte  Markierung, die aus bislang ungeklärter Ursache von Amsterdam in die hiesige Kleinstadt wanderte.

Tatsächlich befindet sich an dieser Stelle nämlich nur ein Gewerbegebiet und  - immerhin - ein Saunaclub. In Amsterdam ist das entsprechende Milieu dagegen überhaupt nicht markiert. „Unser Anspruch ist es, dass Google Maps die genauesten, aktuellsten und relevantesten Informationen liefert. Falls Nutzer Fehler in Google-Maps-Karten bemerken, können sie mithilfe der Funktion 'Problem melden' direkt mit uns in Kontakt treten und uns über mögliche Änderungen und Aktualisierungen, die vorgenommen werden müssen, in Kenntnis setzen“, teilte ein Google-Sprecher auf Anfrage mit. Wie es zu dem Malheur kam, darüber konnte das Unternehmen bislang keine Aussage treffen.

Trotz dem fehlenden Rotlichtviertel ist es aber nicht so, dass Rheinbach nichts zu bieten hätte. So können sich Touristen zum Beispiel im Kutschenmuseum an der Koblenzer Straße über eine Art des Verkehrs informieren, die zumindest fast so alt ist wie das älteste Gewerbe der Welt.