Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Gebäude am Rheinbacher Campus in Teichnähe fertig

Rheinbach. In Rheinbach können Studierende jetzt mit Blick auf den See forschen. Für elf Millionen Euro entstand ein neues Gebäude der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Nachbarschaft des Campusteichs.

Entspannte Plätze mit Seeblick sind in Rheinbach rar gesät – es sei denn, der Suchende begibt sich in den Freizeitpark im Südwesten der Kernstadt. Nun gibt es in der „Stadt der Schulen“ sogar Studienplätze mit Seeblick: Das neue Gebäude am Rheinbacher Campus der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, für rund elf Millionen Euro entstanden, ist bezugsfertig.

Von letzten kleineren Restarbeiten abgesehen, ist das Haus in der Nachbarschaft des Campusteichs und des Mensa- und Bibliotheksgebäudes fertig. 2487 Quadratmeter neue Nutzfläche sind entstanden. Schlichte, aber bunte Lumpenteppiche liegen in den langen Gängen des dreistöckigen Gebäudes noch überall herum, um beim Einräumen der Labore und Institutsräume den neuen Boden nicht über Gebühr zu strapazieren.

Apropos strapazieren: Nicht ohne Stolz in der Stimme berichtet Eva Tritschler, Pressesprecherin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (HBRS), dass sowohl der Zeit- als auch der Budgetrahmen des Projekts exakt eingehalten worden sind. Eine Besonderheit der Baumaßnahme ist, dass sich das Land NRW und die Hochschule zwar die Kosten der Expansion in Sankt Augustin und Rheinbach teilen (siehe Kasten), die Bauleitung aber im Auftrag des Landes ausschließlich in den Händen der Hochschule liegt.

Räume für das Zentrum für angewandte Forschung

Das neue Gebäude am Campus Rheinbach nutzen die aktuell rund 3200 Studierenden sowie deren Professoren vor allem, um dort neue Forschungslabore der Naturwissenschaften und für den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (Erdgeschoss) unterzubringen. Im ersten Stock und im Kellergeschoss des Neubaus ist das Institut für Detektionstechnologie untergebracht.

Ein separater Gebäudeteil in Etage zwei dient dem sogenannten Zentrum für angewandte Forschung (ZAF) für gemeinschaftliche Vorhaben mit der Wirtschaft. Denn: Aus immer mehr Innovationen, die am Campus entstehen, gründen sich Firmen, um den in der Theorie entwickelten Geistesblitz in ein mit Händen greifbares, marktfähiges Produkt zu verwandeln. „Das ZAF ist etwas völlig Neues, wofür wir in der Form am Rheinbacher Campus noch keine Räume zur Verfügung hatten“, berichtet Tritschler.

Wer – über eine fußläufige Rampe – das Dach des neuen Gebäudes erklimmen darf, wo eine kleine Dachterrasse eingerichtet ist, erkennt diesen Umstand im Rheinbacher Hochschulviertel von oben sehr gut. Rund um den Campus haben sich „Ausgründungen“ angesiedelt – und manche im Laufe der Jahre sogar bereits vergrößert. „Das Wachstum der Hochschule ist Ausdruck einer gesunden, erfolgreichen Entwicklung. Mit dem Wachstum verbreitern sich Themenportfolio und Kapazitäten“, erklärt Hochschulpräsident Hartmut Ihne. Die Unternehmen der Region fänden zum Beispiel im neuen Zentrum für angewandte Forschung eine Plattform für Kooperation in Forschung und Entwicklung. „Die Hochschule ist ein wichtiger Motor für die Vitalität des regionalen Innovationssystems“, findet Ihne. „Die neuen Raumkapazitäten in Rheinbach und Sankt Augustin tragen zur Stärkung der Standorte bei“, sagt der Hochschulpräsident.

Fassade abgebaut, eingelagert und neu angebracht

Der Gang auf die Dachterrasse lüftet noch ein weiteres Geheimnis des Neubaus: Sonnenkollektoren sorgen für Energie. Nachhaltiges Bauen ist für die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg freilich kein Neuland, sondern seit vielen Jahren gängige Handlungspraxis. Eine ebenfalls nachhaltige Idee ist im benachbarten Bibliotheksgebäude umgesetzt worden. Um die dortigen Kapazitäten zu vergrößern ist das Haus um 286 Quadratmeter im ersten Obergeschoss gewachsen. Um diesen Ausbau zu ermöglichen, haben die Bauarbeiter die Fassade des Gebäudes nicht abgerissen, sondern abgebaut, während der Bauarbeiten eingelagert und nun erneut angebracht.

Obgleich die neuen Seminar-, Labor- und Büroräume jetzt bereits peu-à-peu von den Studierenden und den Professoren genutzt werden, ist die offizielle Einweihung erst am Donnerstag, 18. Januar, vorgesehen – gleichzeitig mit dem Neujahrsempfang am Rheinbacher Campus.