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Gasgeruch sorgt für Großeinsatz im Nierenzentrum

Rheinbach. Die Feuerwehr hat am Montag in Rheinbach neun Stunden lang nach der Ursache einer Ausdunstung im Nieren- und Dialysezentrum am Himmeroder Wall gesucht. Die Patienten konnten ihre Blutwäsche fortsetzen.

Ein rätselhafter Gasgeruch hat am Montagmorgen in Rheinbach für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Gegen 8.10 Uhr hatten Mitarbeiter eines Nieren- und Dialysezentrums am Himmeroder Wall in Rheinbach eine ungewöhnliche, schwer zu definierende Ausdunstung wahrgenommen. Da die Einsatzkräfte zunächst von austretendem Erdgas ausgingen, rücke die Feuerwehr mit einem Großaufgebot im Rheinbacher Zentrum an und sperrte Teile des Parkplatzes am Himmeroder Wall.

Wie Katarina Knoch, Pressesprecherin der Rheinbacher Feuerwehr, dem GA sagte, alarmierte Einsatzleiter Laurenz Kreuser neben dem Rheinbacher Löschzug auch die Messwagen der Feuerwehren aus Troisdorf, Bornheim und Swisttal, um der Ursache der Ausdunstung nachzugehen. Anhand der ersten Messergebnisse konnten die Einsatzkräfte rasch eine Explosionsgefahr ausschließen, da es sich nicht um ausströmendes Erdgas handelte.

Ein massives Problem bei der Untersuchung der Ursache des Geruchs stellten für die 30 Wehrleute die Patienten des Nieren- und Dialysezentrums dar. Diese konnten nicht aus dem Gebäude geleitet werden, da die Dialyse, auch Blutwäsche genannt, nicht unterbrochen werden darf.

Hintergrund: Die Dialyse ist eine lebenswichtige Behandlungsmethode für die Menschen, bei denen die Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten und daher die nötigen Funktionen nicht mehr übernehmen können. Bei der Dialyse wird das Blut von den giftigen Stoffen befreit, die bei einer bestimmten Konzentration gefährlich werden können. Da diese Behandlung sehr aufwendig ist, kann sie zumeist nur in einem speziellen Dialysezentrum durchgeführt werden, in bestimmten Fällen ist auch eine Heimdialyse möglich.

Feuerwehr: Kohlenwasserstoffe nicht gesundheitsgefährdend

Während der Dialyse wird dem Körper Blut entnommen, per Dialysator gereinigt, respektive gefiltert und anschließend wieder dem Körper zugeführt. Nach Expertenmeinung lassen sich rund 600 Milliliter Blut pro Stunde dialysieren. Die Dauer einer Dialyse liegt bei rund vier bis acht Stunden.

Dank der aufwendigen Lüftung des Nieren- und Dialysezentrums mittels Lüftungsgeräten gelang es den Feuerwehrleuten, dass die im Erdgeschoss festgestellten Gerüche nicht das Dialysezentrum im Tiefgeschoss des Hauses erreichten und laut Feuerwehr der medizinische Betrieb nicht unterbrochen werden musste.

Über mehrere Stunden analysierten die Messtrupps der Feuerwehr immer wieder die Luft im und am Gebäude am Himmeroder Wall. Erst am Abend gegen 17 Uhr – nach fast neun Stunden Einsatz – ließ Kreuser die Einsatzkräfte im Zentrum der Glasstadt abrücken. „Die Analyse hat ergaben, dass verschiedene Kohlenwasserstoffe, die in dieser Konzentration aber nicht gesundheitsgefährdend waren, die Geruchsbelästigung ergeben haben“, sagte Feuerwehrpressesprecherin Katarina Knoch am Montagabend auf GA-Anfrage. Unklar ist allerdings noch, wie es zu der Verbindung der Kohlenwasserstoffe in dem Haus gekommen ist – vermutet wird eine chemische Reaktion. Eine Gefahr für die Patienten, die Mitarbeiter und die Anwohner habe nicht bestanden.