Kiesabbau bei Buschhoven

FDP und SPD enttäuscht vom Regionalrat

RHEINBACH. Die FDP-Fraktion im Rhein-Sieg-Kreis und der SPD-Ortsverein Rheinbach fordern vom Regionalrat der Bezirksregierung mehr Entschlossenheit beim Kampf gegen den Kiesabbau bei Witterschlick und Flerzheim.

Der Regionalrat hatte gegen die Stimmen der FDP entschieden, vier Standorte für eine Konzentrationszone zum Abbau von weißem Quarzkies zu untersuchen. Denn dabei ist die Flerzheimer Kiesgrube ausdrücklich nicht ausgenommen. CDU, SPD und Grüne hatten im Regionalrat argumentiert, dass dies keine Unterstützung für den Erweiterungsplan zwischen Flerzheim und Witterschlick bedeute - die vom Regierungspräsidenten Hans-Peter Lindlar bevorzugte Alternative.

Für die Liberalen im Regionalrat und im Rhein-Sieg-Kreis ist diese Alternative aber undenkbar: Die Flerzheimer Grube würde viel zu dicht an den Ort Buschhoven heranrücken und gleichzeitig das Grundwasser offenlegen, klagt Rudolf Finke, Fraktionschef der Liberalen im Regionalrat.

Karl-Heinz Lamberty, Fraktionschef der FDP Rhein-Sieg, stärkte Finke den Rücken und kündigte an "gemeinsam mit den Landschaftsschutzverbänden den nötigen Druck" aufzubauen, um auch SPD, Grüne und CDU auf eine Ablehnung der Erweiterungspläne in Flerzheim einzuschwören. Das Abbaugebiet Weilerswist-Nord zu erweitern, würde zwar einen Eingriff in ein Naturschutzgebiet bedeuten. Hier sei das Verhältnis zwischen dem Eingriff und der Ausbeute von Quarzkies auf kleiner Fläche viel günstiger.

Mit Enttäuschung reagierte auch Dietmar Danz, stellvertretender Vorsitzender der Rheinbacher SPD, auf die Nachrichten aus Köln. Durch die vertagte Entscheidung, wo die Konzentrationszone nun ausgewiesen wird, habe der Regionalrat zur weiteren Unsicherheit der Bürger in Rheinbach-Flerzheim und Swisttal-Buschhoven beigetragen.

"Es ist nicht verständlich, warum mit Flerzheim-Nord ein derart kleines und offensichtlich unwirtschaftliches Abbaugebiet ausgewählt wird, wo doch im Untersuchungsbereich größere Gebiete mit entsprechend hoher Ausbeute zur Verfügung stehen", sagte Danz.