Millionen Bildpunkte auf Glas

Erasmus-Projekt in Rheinbacher Glasfachschule

Bei der Projektwoche „Interface“ an der Glasfachschule schneiden Berufsschüler Stefan Köhler (l.) und Robin Queins einen Film, zur Freude von Lucas Pfingsten (hinten), Lehrer für audiovisuelles Gestalten.

Bei der Projektwoche „Interface“ an der Glasfachschule schneiden Berufsschüler Stefan Köhler (l.) und Robin Queins einen Film, zur Freude von Lucas Pfingsten (hinten), Lehrer für audiovisuelles Gestalten.

RHEINBACH. An der Projektwoche in der Rheinbacher Glasfachschule haben Schüler aus vier Ländern teilgenommen, um ungewöhnliche Dinge mit dem zerbrechlichen Werkstoff auszuprobieren.

Schüler aus vier Nationen nahmen jetzt eine Woche lang in der Rheinbacher Glasfachschule am Erasmus-Projekt Interface teil. Der Schwerpunkt dieser Projektwoche lag auf der Glasverarbeitung, einem Material, mit dem die Gäste zu Hause nicht arbeiten. Ein Rundgang mit dem EU-Koordinator Benedikt Weese führte durch vier Arbeitsgruppen.

In der ersten wurden Porträtfotos digital aufgenommen, dann bearbeitet und schließlich mit Millionen Punkten aufs Glas gelasert. In klassischen Grautönen ähnelt das Ergebnis dann Kupferstichen. „Ich würde mir eines als Erinnerung ins Zimmer stellen“, sagte Jonas Gülden, der zusammen mit sechs weiteren Kommilitonen aus Italien, Polen und Österreich diese Technik übte. Auch Marta Turiel aus Österreich und Lilia Mauroner aus Italien hat es nach eigenem Bekunden in Rheinbach gut gefallen. Im 3 D-Workshop entwarfen die Schüler unter der Leitung von Volker Leyendecker farbige Trinkgläser und Schalen aus Muranoglas.

Prototypen werden aus Kunststoff, Pappmachee oder Wachs geformt, die wiederum als Vorlage für Glas dienen können. Bartek Kowalczyk aus Polen wusste vorher nicht, was auf ihn zu kommt. „Ich mag es jetzt aber wirklich“, versicherte er. Im Workshop von Anna Weinreich ging es um Glasschmelzfarben. Dort wurde der Kölner Dom in Blau und Schwarz auf Glas gedruckt, die Abbildungen bei Temperaturen zwischen 540 und 640 Grad gebrannt und sandgestrahlt. Als willkommenes Nebenprodukt bedruckten die Schülerinnen Stofftaschen mit bunten Motiven. „Die Kenntnisse verschiedener Verfahrenstechniken spielen auch hinsichtlich der Kostenkalkulation bei der Vergabe eines Auftrages keine untergeordnete Rolle“, sagte Dozentin Weinreich dazu.

Die größte Gruppe drehte einen Kurzfilm über die Projektwoche. Dozent Lukas Pfingsten ließ anfangs zum besseren Kennenlernen Völkerball spielen. Er fand die Zusammenarbeit mit sieben Gästen und ebenso vielen einheimischen Schülern herausfordernd. Fehler, etwa aufgrund einer falsch eingestellten Kamera, mussten nachbearbeitet und auf die teure Ausrüstung acht gegeben werden. Und weil man zum Wochenende fertig sein musste, herrschte realistischer Zeitdruck. „Ich fand es sehr gut, weil man auch viel selbst ausprobieren konnte“, sagte Robin Quein. Und Hanna Wezierek aus Polen, die mit der Kamera filmte, fasste zusammen: „I enjoyed it“ („Es hat mir Spaß gemacht“). Beim Projekt Interface ging es nach Weeses Worten auch um das Aufspüren von Schnittstellen, Gemeinsamkeiten und was man ins Heimatland mitnehmen kann.

Die Projektergebnisse sind am Tag der offenen Tür in der Glasfachschule an diesem Samstag und Sonntag, 10. und 11. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen.