Alexa Thiesmeyer liest in Rheinbach

Ein Meineid und die Folgen

Buchpräsentation und Lesung: Bonner Autorin Alexa Thiesmeyer zu Gast in der Buchhandlung Kayser mit ihrem Rheinland-Krimi „Sonnenblumen zum Selberschneiden“, hier im Gespräch mit Christoph Ahrweiler

Buchpräsentation und Lesung: Bonner Autorin Alexa Thiesmeyer zu Gast in der Buchhandlung Kayser mit ihrem Rheinland-Krimi „Sonnenblumen zum Selberschneiden“, hier im Gespräch mit Christoph Ahrweiler

Rheinbach. "Sonnenblumen zum Selberschneiden“ heißt der im Oktober erschienene Rheinland-Krimi, den Alexa Thiesmeyer am Mittwoch in der Rheinbacher Buchhandlung Kayser vorstellte. Mit dem Buch zeigt die Bonner Autorin einmal mehr, dass sie offenbar diebische Freude daran hat, Helden zu ersinnen, die sich in kriminelle Machenschaften verstricken.

Ein falsches Alibi vor Gericht. Ein Toter in einem Sonnenblumenfeld. Und jahrelange Erpressung. Dies sind die Zutaten des neuen Kriminalromans von Alexa Thiesmeyer. „Sonnenblumen zum Selberschneiden“ heißt der im Oktober erschienene Rheinland-Krimi, den die Bonner Autorin am Mittwoch in der Rheinbacher Buchhandlung Kayser vorstellte. Thiesmeyer beweist mit dem Buch einmal mehr, dass sie offenbar diebische Freude daran hat, Helden zu ersinnen, die sich in kriminelle Machenschaften verstricken.

Das jüngste Werk der Bonner Autorin, das ausschließlich in Bonn spielt, ist in gekürzter und gestraffter Fassung eine Neuauflage ihres Erstlingswerks von 2010 und ihre erste Publikation beim Rheinbacher Verleger Winrich C.-W. Clasen.

Nach ihrer dreiteiligen Krimireihe um das Ermittlerduo Pilar und Freddy handelt der aktuelle Krimi vom Bonner Journalisten Björn Kröger, der sich teils aus Sympathie für seine nette alte Tante, teils aus Bequemlichkeit in eine Bredouille mit weitreichenden Folgen bringt. Kröger ist kein Held im eigentlichen Sinne, sondern erzeugt beim Zuhörer zunächst Mitleid für das, was ihm passiert.

Im Buch geht es um die Lügen von Zeugen. „Die Lüge ist in der Krimilandschaft ein seltenes Thema. Mich faszinieren besonders die Lügen von Zeugen vor Gericht. Denn Zeugen sind für die Rechtsprechung äußerst wichtig. Und Meineid daher ein Straftatbestand, der mit Haftstrafen geahndet wird“, erklärt die 67-jährige Volljuristin, die ihren Beruf aus familiären Gründen zwar nie ausgeübt, sich aber ihre Begeisterung für Strafsachen bewahrt hat. Thiesmeyer geht es in ihren Krimis um die Bedeutung von Alibizeugen. So auch auf den 362 Seiten bei „In Sonnenblumen zum Selberschneiden“.

Björn Kröger, Redakteur bei den „Bonner Nachrichten“, rutscht in die Geschichte aus Lüge, Falschaussage und Meineid aus Nettigkeit seiner Tante Marie gegenüber und aus Bequemlichkeit. Marie, die am Poppelsdorfer Weiher wohnt, bittet ihren Neffen um einen Gefallen. Er soll vor Gericht ihrem Freund Alfred, der wegen eines Unfalls mit Fahrerflucht angeklagt ist, ein Alibi geben. „Es geht um unser Glück“, setzen die Tante und ihr Freund den jungen Journalisten unter Druck.

Aufgrund von Björns Aussage wird der Beschuldigte freigesprochen. „Es weiß ja keiner, dass er gelogen hat“, erklärt Thiesmeyer zwischendurch. Nach einiger Zeit sprechen ihn zwielichtige Gestalten vor seiner Haustür in Endenich an und verlangen einen weiteren Meineid in einem anderen Fall. „Er ist hoffnungslos verfangen in einem Spinnennetz aus Lügen und das nur, weil er beim ersten Mal nett sein wollte“, so die Autorin. Im Laufe der Geschichte merkt der Protagonist, dass seine Tante mit den Erpressungen irgendwie zu tun hat. Ein Gespräch mit ihr soll Aufklärung bringen. Es stellt sich heraus, dass ihr Mann Jahre zuvor in einem Sonnenblumenfeld ermordet wurde.

„Die Idee mit den Sonnenblumen hatte ich, als ich das Buch schrieb. Auf meiner Fahrt von Lengsdorf über Röttgen nach Ückesdorf stand an der Seite ein Schild 'Sonnenblumen zum Selberschneiden'. Die Blumen dort waren fast zwei Meter hoch. In denen konnte man sich gut verstecken“, sagt Thiesmeyer schmunzelnd. Ein Jahr lang hat die Bonnerin für die Überarbeitung von „Sonnenblumen zum Selberschneiden“ gebraucht, denn „ich musste erst noch einmal durch Bonn streifen“, so Thiesmeyer.

Alexa Thiesmeyer: „Sonnenblumen zum Selberschneiden“ - ein Rheinland-Krimi, Oktober 2016, 362 Seiten, CMZ-Verlag, ISBN: 978-3-87062-179-7, 14,95 Euro.