Initiative "Rhapsody in School"

Ein Klavierspieler muss üben, üben und üben

Der ungarische Pianist Dénes Várjon (l.) wird im Städtischen Gymnasium Rheinbach von den beiden Schülern Eric Uphoff und Wyn Schulte (r.) interviewt.

Der ungarische Pianist Dénes Várjon (l.) wird im Städtischen Gymnasium Rheinbach von den beiden Schülern Eric Uphoff und Wyn Schulte (r.) interviewt.

RHEINBACH. Der international bekannte Pianist Dénes Várjon stellte sich in Rheinbach den Fragen der Schüler.

Normalerweise stehen die Künstler beim Konzert weit weg auf der Bühne und spielen ihr Programm, es bleibt wenig Gelegenheit für ein persönliches Gespräch.

Doch die Schüler des Städtischen Gymnasiums Rheinbach (SGR) hatten dank der Initiative "Rhapsody in School" am Montag die Chance, Dénes Várjon in ihrer Aula persönlich kennenzulernen. Tags zuvor hatte der weltbekannte ungarische Pianist noch im Rahmen des Beethovenfestes das Sonaten-Wochenende mitgestaltet. Nun nahm er sich gut gelaunt Zeit für die Jugendlichen.

Auf ihr Treffen mit Várjon hatten die sich im Unterricht vorbereitet, beispielsweise durch Videos verschiedener Interviews.  Der Kulturkurs der neunten Klassen war für die Organisation zuständig, Eric Uphoff und Wyn Schulte mit der Moderation betraut.

Auch die Musikkurse der zehnten und elften Klasse waren in der Aula. Mit Englisch als Interviewsprache hatten sie alle keine Probleme. Und die Nervosität nahm ihnen Schulleiter Stefan Schwarzer mit dem Hinweis, ihr Gast sei "auch einmal so alt gewesen wir ihr, hat aber dann einen besonderen Weg eingeschlagen".

Wie er denn überhaupt zum Klavierspiel gekommen sei, wollten die Jugendlichen dazu wissen. Und wie viele Stunden man am Tag üben müsse, um so erfolgreich zu werden. "Sehr viel", fasste es Várjon zusammen. Seine Eltern hätten sein Interesse an klassischer Musik mit Opernbesuchen geweckt, mit sieben Jahren habe er mit dem Klavierunterricht begonnen.

Begeisterung für Musik und Spiel seien die wichtigsten Voraussetzungen, um Pianist zu werden, ergänzte er später. Wettbewerbe und Druck sollte man bei jungen Musikschülern eher vermeiden.

Neugierig waren die Schüler auch auf den Arbeitsprozess vor einem Konzert. Wie erstellt man ein Programm, wie studiert man es ein und wie hält man die Konzentration aufrecht, wenn man über eine Stunde lange Stücke spielt? Übung, darauf lief es immer wieder hinaus. Und gute Vorbereitung, oft Jahre im Voraus.

"Ich weiß jetzt schon, was ich 2020/21 spielen werde", so Vájon. Ob man eher auf Kontraste verschiedener Komponisten setze oder einen einzigen in unterschiedlichen Arbeiten vorstelle, sei Geschmackssache. "Programmplanung ist wie kochen, als plane man ein gutes Menü", so der Pianist.

Der unter anderem mit dem Liszt-Preis ausgezeichnete Musiker hatte sichtlich Spaß an dem leider nur knapp eine Dreiviertelstunde langen Gespräch mit den Schülern, spielte aber auch für sie. Spontan wählte er dazu eine Schumann-Fantasie, mit der der Komponist seine damals noch unter schlechten Vorzeichen stehende Liebe zu Clara Wieck (später Schumann) ausdrückte.

Und Várjon hatte hinterher auch ein Lob: "Ihr habt ein sehr schönes Piano." An Schulen sei das nicht selbstverständlich.