Publikumsliebling der Rheinbacher Textprobe

Ehemaliger Lehrer aus Rheinbach veröffentlicht Krimi-Roman

Günter Detro schreibt Kurzgeschichten voller Wortwitz. Jetzt hat der 68 Jahre alte Rheinbacher seinen ersten Voreifel-Krimi fertig.

Günter Detro schreibt Kurzgeschichten voller Wortwitz. Jetzt hat der 68 Jahre alte Rheinbacher seinen ersten Voreifel-Krimi fertig.

Rheinbach. Günter Detro (68) aus Rheinbach schreibt kuriose und kriminelle Kurzgeschichten voll gespickt mit Wortwitz. Jetzt hat der frühere Gymnasiallehrer seinen ersten Roman fertig.

Wer ein neues Buch zur Hand nimmt, um es zu lesen, erkennt schnell, ob ihm der Erzählstil des Autoren behagt. Nicht selten entscheidet schon der erste Satz darüber, ob die Lektüre bis zur letzten Seite weitergehen kann oder schon nach eben diesem ersten Eindruck beendet ist. Eine besondere Form der Satzmelodie zaubert Autor Günter Detro. Der 68 Jahre alte pensionierte Lehrer aus Rheinbach-Oberdrees kreiert kuriose und kriminelle Kurzgeschichten voller Wortwitz. Wenn sein Ermittler fragt: „Und wie heißt der Kopf der Gang?“, antwortet sein Kollege „Vermutlich Wolf“. Die Wortspiele und satirischen Anmerkungen lassen den Leser wie auf einer weichen Wolke über die Worte gleiten.

Seit seinem Ruhestand widmet sich Detro zunehmend seiner Leidenschaft, dem Schreiben. Die Aufnahme in Anthologien und vordere Plätze bei Wettbewerben, wie dem Bad Godesberger Literaturpreis, deuten auf sein Können hin. Er hat Freude daran, an immer neuen Schreibwettbewerben teilzunehmen, um immer neue Kurzgeschichten zu ersinnen. „Gibt es etwas Schöneres, als Doppeldeutigkeiten bewusst falsch aufzufassen?“, fragt er im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Der ausgeschriebene Preis steht dabei nicht im Vordergrund, wie er betont. Denn: Eine Tüte Gummibärchen errang er als ersten Preis seines ersten Literaturpreises – gestiftet von seiner damaligen Schule, dem Städtischen Gymnasium in Rheinbach. Stolz sei er gewesen, als die Schulleitung ihm berichtete, dass er aus dem Literaturwettbewerb als Sieger hervorgegangen war. Was seinen Triumph aber trübte, war die Anzahl der Einsendungen. „Mein Beitrag war der einzige“, erinnert sich Detro. „So kam ich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.“

Viele Besucher kommen wegen Detro

Glücklicherweise hielt ihn dieser vermeintliche „Makel“ auf dem strahlenden Sieg nicht davon ab, auch weiterhin zur spitzen Feder zu greifen. Die jetzt als Buch erschienenen Kommissar-Kurz-Geschichten „Eine Uhr schlug Mitternacht... obwohl Mitternacht ihr nichts getan hatte!“ sind in ihrer Machart und ihrem Humor einzigartig.

Wie Gerd Engel vom Vorstand des Vereins „Rheinbach liest“ weiß, hat sich Detro insbesondere bei den Zuhörern der Veranstaltung „Textprobe“ in Rheinbach „durch sein humorvolles Schreiben eine große Fangemeinde angeeignet“, so Engel. „Ich schätze, 25 Prozent der Textprobenbesucher kommen allein wegen ihm“, sagt der Rheinbach-liest-Vorstand. „Die Textprobe ist für mich eine gute Erfahrung“, sagt Detro. Die direkte Resonanz der Zuhörenden gefällt ihm dabei besonders.

So geschieht es mitunter, dass Günter Detro Radio hört und Schauspieler Walter Renneisen spricht sonor und prägnant einen seiner Texte. „Wie das Federballspiel erfunden wurde“, darüber machte sich Detro jüngst so seine eigenen Gedanken. Der Redaktion von WDR 5 gefiel es so gut, dass sie seinen Text bereits ein ums andere Mal den Hörern servierte.

"Eine Uhr schlug Mitternacht"

Einen besonderen, bedauerlicherweise niemals prämierten Coup landete der Gymnasiallehrer für Englisch und Erdkunde mit einer Abiturprüfung. Da ihm im Fach Englisch die zur Debatte stehenden Themen der Abiturklausuren nicht so ganz behagten, schrieb er kurzerhand selbst einen Text in englischer Sprache, ließ diesen von einem Freund aus Cambridge gegenlesen und reichte diesen – unter Pseudonym – als Prüfungsthema ein. „Ich habe nicht gesagt, dass es von mir ist“, berichtet Detro. Und: Auch dieses Mal kam sein Text an: Der Schulbehörde gefiel er und gab grünes Licht, die Abiturienten dieses (geheime) Detro-Werk analysieren zu lassen.

Nach einer Fülle von Kurzgeschichten wagt sich der 68-Jährige nun auf ein neues Terrain: Im September erscheint sein erster Voreifel-Krimi, den er in Rheinbach, Miel und Bonn spielen lässt. Da elf Leichen zu beklagen sind, tritt in der Kriminalgeschichte, die mit viel Lokalkolorit gezeichnet ist, so viel sei schon mal verraten, ein Sonderermittler auf den Plan. Nach eigenem Bekunden sinniert Detro erst während des Schreibens über den weiteren Fortgang seiner Geschichte. Dass die Ermittlungen von manchem Wortwitz gesäumt sein werden, darauf dürfen sich seine Leser bereits freuen.

Der 96 Seiten starke Band „Eine Uhr schlug Mitternacht“ erscheint im Kid-Verlag, kostet 10,80 Euro und ist unter anderem in der Buchhandlung Kayser in Rheinbach erhältlich. Vom Verkaufspreis jeden Buches gibt der Autor einen Euro als Spende an das Hilfsprojekt „Weihnachtslicht“ des General-Anzeigers weiter.