Kindergarten in Rheinbach

Der Fortbestand der Kita "Spielbude" ist gesichert

Strahlende Gesichter: Eltern, Betreuer und Kinder der „Spielbude“ feiern nicht nur das 25-jährige Bestehen, sondern auch den Erhalt der Einrichtung. Diese Nachricht überbrachte Bürgermeister Stefan Raetz (4.v.r.).

Strahlende Gesichter: Eltern, Betreuer und Kinder der „Spielbude“ feiern nicht nur das 25-jährige Bestehen, sondern auch den Erhalt der Einrichtung. Diese Nachricht überbrachte Bürgermeister Stefan Raetz (4.v.r.).

Rheinbach-Hilberath. Der Hilberather Kindergarten hat lange um seine Existenz gebangt. Zum 25-jährigen Bestehen gab's jetzt die gute Nachricht: Die Kita kann weiter mit einer Förderung durch die Stadt rechnen.

Das Geburtstagsgeschenk, das Bürgermeister Stefan Raetz bei seinem Besuch anlässlich der Jubiläumsfeier für die „Spielbude“ im Gepäck hatte,hätte nicht schöner sein können: Zum 25-jährigen Bestehen gratulierte er Einrichtungsleiterin Sabine Neubusch – und sorgte mit dem auf einen Zettel gekritzelten Smiley und den Worten „Auf die nächsten 5 Jahre!“ für freudige Erleichterung. Nach Monaten der Ungewissheit aufgrund rückläufiger Anmeldezahlen und damit fehlenden Zuschüssen ist der Fortbestand der eingruppigen Elterninitiative im Rheinbacher Höhenort Hilberath nun vorerst gesichert.

Unbeeindruckt von den schwierigen Umständen feierten die Kindergartenkinder das Jubiläum ihrer „Spielbude“ als buntes Fest, bei dem sich die großen und kleinen Geburtstagsgäste bei einer Aufführung, verschiedenen Singspielen und Stationen wie Holznageln, Goldsieben und Leinwandmalen die Zeit vertreiben konnten.

Fachwerkbau und alter Baumbestand

Auf dem Gelände des Kindergartens „Spielbude“ im beschaulichen Hilberath mit seinen knapp 400 Einwohnern fühlt sich der Besucher in eine andere Welt versetzt: Der Fachwerkbau neben der Kirche ist umgeben von altem Baumbestand, der den Kindern der Einrichtung beim Spiel Schatten spendet und für eine lauschige Atmosphäre sorgt. „So ein Paradies muss geschützt werden“, betonte denn auch Bürgermeister Stefan Raetz und begründete die Entscheidung, den Fortbestand der „Spielbude“ für die kommenden fünf Jahre zu sichern: „Der Kindergarten liegt hier direkt neben Kirche, Mehrzweckhalle und Feuerwehr, alles auf engstem Raum.“ Bei so einer kleinen Einrichtung mit familiärer Atmosphäre dürfe man nicht ausschließlich auf die Kosten schauen, sondern müsse solche Oasen in den kleineren Ortschaften erhalten und damit die Infrastruktur unterstützen, so Raetz.

Besonders erfreut über diese Entwicklung zeigten sich Einrichtungsleiterin Neubusch und der Vorsitzende der Elterninitiative, René Diestelrath. Die im vergangenen Jahr im Vorstand beschlossene Erweiterung des Betreuungsangebots von 35 auf die inzwischen üblichen 45 Stunden konnte bisher nicht umgesetzt werden, da „das Rheinbacher Jugendamt dafür keine Zuschüsse gibt“, erklärte Diestelrath. Raetz räumte ein, dass dies aber wichtig für den langfristigen Fortbestand der Einrichtung sei. Um den Kindergarten auf zeitgemäßen Standard zu bringen und für die Zukunft attraktiv zu machen, müsste das Betreuungsangebot dem Bedarf der Eltern angepasst werden.

"Spielbude" stand kurz vor dem Aus

Dass die Einrichtung so kurz vor dem Aus stand, bedauert Astrid Ilius-Gruber. Auf Initiative von Joachim Fassbender hatte sie die „Spielbude“ im Sommer 1998 zusammen mit Familie Bauer aus Todenfeld gegründet. „Die Kinder mussten damals in den Kindergarten nach Neukirchen und dann stand man plötzlich vor der Entscheidung, ob dort eine neue Gruppe aufgemacht würde oder hier in Hilberath in den Räumlichkeiten der Kirche ein Kindergarten gegründet wird“, erinnerte sich die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, die noch heute von der damaligen Zeit schwärmt und genauso mit dem Herz an der „Spielbude“ hängt wie Trude Sampels. „Ich wohne hier nebenan im ehemaligen Pfarrhaus und freue mich an der fröhlichen Nachbarschaft“, so Sampels, deren Tochter ebenfalls hier ihre Kindergartenzeit verbracht hat. „Wenn der Kindergarten dicht machen würde, wären die Bauarbeiten doch auch umsonst gewesen“, gibt sie zu Bedenken und betont, dass Bücherei und Pfarrsaal für die Nutzung durch die Kinder erst vor ein paar Jahren umgebaut worden seien.

Immer noch eng verbunden

Dass die Ehemaligen sich der Einrichtung so verbunden fühlen, kann Neubusch, die seit 20 Jahren in der Elterninitiative tätig ist und vor neun Jahren die Funktion der Leitung übernommen hat, gut verstehen. „Wir arbeiten hier mit Herz, wir nehmen die Kinder, wie sie sind, und gehen viel mit ihnen in den Wald“, erklärt Neubusch das Konzept der Einrichtung, in der der Nachwuchs ab einem Alter von zwei Jahren betreut wird. „Wer vier Jahre hier war, ist mit mir insgesamt bestimmt zehn Kilometer gewandert“, erzählt die Erzieherin und muss lachen.