Pakete statt Goldbären

DHL baut Lagerzentrum auf früherem Haribo-Areal in Rheinbach

Unweit der A61-Ausfahrt Rheinbach entsteht das neue Logistikzentrum von Deutsche Post DHL.

Unweit der A61-Ausfahrt Rheinbach entsteht das neue Logistikzentrum von Deutsche Post DHL.

Rheinbach. Post baut in Rheinbach ein Logistikzentrum auf dem ehemals für Haribo vorgesehen Areal. Die ersten Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Das Gewerbegebiet ist insgesamt 55 Hektar groß.

Obgleich das laufende Jahr mit Siebenmeilenstiefeln seinem Ende zustrebt, ist der Haushalt der Stadt Rheinbach für das Jahr 2018 noch Zukunftsmusik. Am Montagabend kam im Himmeroder Hof die interfraktionelle Arbeitsgruppe Stadtfinanzen zusammen, um über Parteigrenzen hinweg zu beraten, welche haushalterischen Schwerpunkte für die kommenden Jahre gesetzt werden.

Eine wichtige Investition für das Jahr 2018 steht allerdings bereits fest: 1,24 Millionen Euro wird die Stadt ausgeben, um die Ansiedlung eines Großlagers der Deutschen Post DHL möglich zu machen. Vom Haupt- und Finanzausschuss und vom Rat, der eigens am selben Abend zu einer Sondersitzung zusammentrat, gab es dafür am Montagabend grünes Licht.

Auf einem großen Grundstück, nur wenige Meter von der A 61-Ausfahrt Rheinbach entfernt, soll das Logistikzentrum entstehen. Ende September dieses Jahres hatte das Bonner DAX-Unternehmen mitgeteilt, dass auf dem lange Jahre für die mögliche Umsiedlung von Haribo reservierten Grundstücken das neue Distributionszentrum gebaut wird. Hintergrund: Der Bonner Süßwarenriese hatte sich nach langer Suche für einen Neubau im rheinland-pfälzischen Grafschaft-Ringen entschieden.

Zentrum soll mehr als 130 Mitarbeiter

In dem neuen Logistikzentrum plant DHL, für den auch in Bonn ansässigen Elektronikkonzern Eaton Waren zu lagern und in ganz Westeuropa zu verteilen. Laut DHL wird das Distributionszentrum mehr als 130 Mitarbeiter beschäftigen. Der neue Standort ersetzt übrigens das bisherige Logistikzentrum von Eaton in Meckenheim. Die dortigen Mitarbeiter sollen im Zuge eines sogenannten Betriebsübergangs zu DHL wechseln, erklärte der Bonner Logistikriese.

Bis das neue Distributionszentrum in Rheinbach voll funktionsfähig sein wird, wird Eaton weiterhin den Standort in Meckenheim nutzen. Den Beginn der Bauarbeiten hatten DHL und Eaton noch für das vierte Quartal dieses Jahres avisiert. Das Eaton-Logistikzentrum verlässt Meckenheim, da es nach Unternehmensangaben am dortigen Standort an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Erschließung des Areals soll Anfang des Jahres beginnen

Von den aktuell 152 Mitarbeitern in Meckenheim würden einige bis Jahresende an den Standort Bonn umziehen, hatte eine Unternehmenssprecherin im September im Gespräch mit dem General-Anzeiger erklärt. Wenige Mitarbeiter seien befristet beschäftigt oder gingen 2018 in den Ruhestand. Die Sprecherin schätzt die Zahl der Mitarbeiter, die zu DHL übergehen werden, auf 130 bis 140.

Mit der Erschließung des Areals auf dem sogenannten Wolbersacker möchte die Stadt Anfang des Jahres beginnen, sagte Bürgermeister Stefan Raetz im Haupt- und Finanzausschuss. Die Verlegung von Kanalrohren schlägt fürs Haushaltsjahr 2018 mit rund 995.000 Euro zu Buche, der Bau der Baustraße, die später Grundlage für die Zufahrt zum Gewerbegebiet Wolbersacker sein soll, ist mit 255.000 Euro taxiert.

Der 55 Hektar große Wolbersacker erstreckt sich von der Meckenheimer Straße und der dortigen S 23-Haltestelle Rheinbach-Römerkanal bis zum Kreisel von B 266 und L 471, die nach Wormersdorf führt. Ohne Gegenstimmen brachten der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat das Projekt auf den Weg.