Computerspezialisten der Bundeswehr

Cyberabwehr beginnt in der Rheinbacher Tomburg-Kaserne

Bei einem Appell in Gelsdorf übergab Generalmajor Axel Binder das Kommando des Zentrums Cyberoperationen.

Bei einem Appell in Gelsdorf übergab Generalmajor Axel Binder das Kommando des Zentrums Cyberoperationen.

Rheinbach/Grafschaft. Die Bundeswehr bündelt weitere Aktivitäten in Sachen Cybersicherheit in der Rheinbacher Tomburgkaserne. Als Teil des Kommandos Cyber- und Informationsraum mit Sitz in Bonn nimmt das Zentrum Cyberoperationen in Rheinbach seinen Dienst auf.

Bislang waren in der Tomburgkaserne, in der das sogenannte Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BITS) untergebracht ist, rund 60 Soldaten sowie zivile Mitarbeiter in der Gruppe Computer-Netzwerk-Operationen (CNO) tätig. Diese Frauen und Männer werden nun Teil des Zentrums Cyberoperationen. Und noch eine Neuerung gibt es: Die Mitarbeiter bekommen einen neuen Chef. Mit einem großen Appell in Gelsdorf sind sie jetzt aus dem Kommando Strategische Aufklärung verabschiedet und dem neuen Zentrum Cyberoperationen unterstellt worden.

Generalmajor Axel Binder, Kommandeur des Kommandos Strategische Aufklärung, übergab die ehemalige Abteilung CNO seines Kommandostabes an den ersten Kommandeur des Zentrums Cyberoperationen, dem Oberst im Generalstabsdienst Christian Pawlik. Wie ein Sprecher der Bundeswehr erklärte, stelle die Übergabe „einen bedeutenden Schritt für den Cyber- und Informationsraum“ dar, der damit um eine weitere Dienststelle anwächst und die Aufgaben der militärischen Computernetzwerkoperationen in einer Dienststelle zentral zusammenfasst. Nach Angaben des Kommandos Strategische Aufklärung wird das Zentrum Cyberoperationen bereits „in den nächsten Monaten“ auf bis zu 150 Soldaten und zivile Mitarbeiter anwachsen.

Frei nach dem Schlachtruf des Zentrums Cyberoperationen „Keiner sieht uns, keiner hört uns, keiner kennt uns“ würden die eingesetzten Kräfte auf eine Art und Weise zum Einsatz kommen, die mit den menschlichen Sinnen nicht erfassbar seien. Sie stellten somit ein Operationselement der Streitkräfte dar, „die Aufklärung und Wirkung in einem Raum erzielen können den kein anderer Teil der Bundeswehr erreichen kann“, heißt es vom Kommando Strategische Aufklärung.

Hintergrund: In Rheinbach sind neben dem Zentrum Cyberoperationen (ZCO) des Kommandos Strategische Aufklärung unter anderem noch das Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr, kurz BITS, welche sämtliche IT-Services für die Einsatzkontingente der Bundeswehr bereitstellt, sowie Teile des Zentrums für Cybersicherheit der Bundeswehr untergebracht.

Nach fünf Jahren an der Spitze des BITS hatte der 59 Jahre alte Brigadegeneral Wolfgang Renner Anfang März das Amt des Rheinbacher Standortältesten abgegeben, da er in die Nato-Strategiezentrale im belgischen Mons wechselte. Sein Nachfolger als Standortältester, Brigadegeneral Ralf Hoffmann, übernimmt das Amt im Oktober. Er weilt noch bis zum Herbst in einem Auslandseinsatz im Kosovo.