Weltweite Missstände

Ausstellung "Wasser für alle" im Rheinbacher Rathaus

Ausstellung „Wasser für alle“: Stephan Raetz (v.r,) Yvonne Schütze und Michael Firmenich bei der Eröffnung.

Ausstellung „Wasser für alle“: Stephan Raetz (v.r,) Yvonne Schütze und Michael Firmenich bei der Eröffnung.

Rheinbach. Eine Ausstellung im Rheinbacher Rathaus klärt über globale Zusammenhänge auf. Die Togo-Hilfe baut mit Spendengeldern Brunnen in Afrika.

Bis ein 60-Gramm-Ei auf den Frühstückstisch kommt, wurden dafür 196 Liter Wasser verbraucht. Das ist eine der verblüffenden Informationen der Ausstellung „Wasser für alle“, die jetzt im Foyer des Rheinbacher Rathauses eröffnet wurde. Spitzenreiter ist ein 200 Gramm schweres Rindersteak mit 3000 Litern. In jeder afrikanischen Schnittblume stecken zwischen sieben und 13 Liter Wasser. Allein die Kaivasha-Region in Kenia führt jährlich 45 Millionen Kilo Schnittblumen aus. Seit 1987 sank der Wasserspiegel dort um fünf Meter. Dünger und Spritzmittel verseuchen das Trinkwasser und gefährden die Gesundheit. Auf die Folgen wies VHS-Leiterin Yvonne Schütze hin.

850 Millionen Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, jeder Dritte muss ohne sanitäre Einrichtungen auskommen. Das ist eine Ursache für zunehmende Konflikte. Firmen, die Wasserrechte kaufen und der Bevölkerung das kostbare Nass abgraben, heizen diese an. Die Ausstellung begnügt sich aber nicht mit der Aufklärung, sondern gibt auch Verhaltenstipps: Rosen sollte man aus nachhaltigem regionalem Gartenbau möglichst mit FLP-Label kaufen. Bei Eiern haben solche aus regionaler, ökologischer Produktion die beste Bilanz, die man in eigenen Boxen holen sollte. In Deutschland verbraucht jeder Einwohner täglich 100 Liter, etwa für Duschen, Wäsche waschen oder Putzen. Zum „virtuellen Wasserabdruck“ zählen aber auch Produktion, Transport und anderes, was sich auf 4000 Liter pro Person am Tag summiert. „Wir sind verwöhnt“, sagte Bürgermeister Stefan Raetz unter Hinweis auf die hohe Trinkwasserqualität. Er riet davon ab, zweimal am Tag zu duschen und wies auf das Engagement Rheinbachs in der Togo-Hilfe hin. In Togo müssen Frauen und Kinder mangels Brunnen und Leitungen oft kilometerweit mit einem Gefäß auf dem Kopf Wasser schleppen.

Mit Spenden aus Deutschland wurde in der Gemeinde Kpélé Goudévé ein Wasserturm finanziert. Aus einer Tiefbohrung wird der 2000-Liter-Tank für eine Krankenstation gefüllt. Michel Firmenich, Vorsitzender der Togo-Hilfe, ergänzte, dass in der Station 700 Kinder jährlich versorgt werden. Insgesamt hat die Togo-Hilfe acht Oberflächenwasser-Brunnen gebaut und drei instandgesetzt. Dazu muss die Bevölkerung 20 Prozent Eigenleistung beisteuern, „denn wenn Hilfe übergestülpt wird, wird das nicht gelebt“, so Firmenichs Erfahrung.

Die Spenden für die Togo-Hilfe flössen zu 100 Prozent dorthin. Ihre Besuche bezahlten die Helfer selbst.