Kunstforum '99

Ausstellung "Farbenmeer, Sehen und Erinnern"

Vor der Bilderserie von Wolfgang Gürtler: Künstlerin Elke Mohr und Gerd Wiendieck, Vorsitzender des Kunstforum '99. FOTO: STEFAN HERMES

Vor der Bilderserie von Wolfgang Gürtler: Künstlerin Elke Mohr und Gerd Wiendieck, Vorsitzender des Kunstforum '99.

RHEINBACH. Als eine "ernste und respektvolle Tradition" bezeichnete Gerd Wiendieck, der erste Vorsitzende des Rheinbacher Kunstforum '99, "den verstorbenen Künstlern des Kunstforum '99 post mortem eine sie ehrende Ausstellung zu widmen".

Und so versammelten sich zahlreiche Kunstfreunde und Angehörige des im März 2015 gestorbenen Künstlers Wolfgang Gürtler zur Eröffnung einer ihm gewidmeten Schau im Rheinbacher Amtsgericht, wo sie von Amtsgerichtsdirektorin Sylvia Wurm willkommen geheißen wurden. Die Ausstellung zeigt auf zwei Fluren neben den Arbeiten von Gürtler auch Werke des Kunstforum-Mitglieds Elke Mohr.

Für einen feierlichen Rahmen der Veranstaltung sorgten die drei jungen Querflötistinnen Leah Pingen, Anna Röttgen und Sonja Spittel von der Musikschule Rheinbach/Meckenheim mit der Sinfonia für drei Flöten von Johann Christian Petz.

"Der Titel der Ausstellung ?Farbenmeer, Sehen und Erinnern? soll die beiden ausgestellten Künstler einen", betonte Professor Wiendieck und wies darauf hin, dass der Begriff des Farbenmeers, "unabhängig davon, ob es mit Doppel-e oder mit eh geschrieben ist, gleich betont wird" und "aus dem Farbenmeer zugleich der Wunsch ans Leben wird, es möge uns noch mehr Farbigkeit bringen".

Mit "Farbenpracht" lassen sich die Arbeiten Wolfgang Gürtlers in einer ersten Annäherung auch treffend beschreiben. Es ist seinen Bildern deutlich anzusehen, dass er sich als ehemaliger Dozent der Rheinbacher Glasfachschule intensiv mit der Gestaltung und Bearbeitung von Kirchenfenstern beschäftigt hatte. Daraus ist ein eigenständiger Stil entstanden, den er mit aufwendigen Verfahren des Farbauftrags perfektionierte. Durch die selbst hergestellten Eiweißlasuren entwickeln Gürtlers Bilder eine subtile Farbigkeit und Strahlkraft, die künstlerisch weit über die zunächst grafische Anmutung hinauswachsen.

Elke Mohrs Arbeiten harmonieren durch die farblich reduzierte Abstraktion ihrer Landschaftsansichten auf eine kongeniale Weise. In den Wellenbewegungen ihrer Wasserbilder finden sich Spiegelungen und Reflexe, die ebenso anmutig wie geheimnisvoll sind.

Die Ausstellung "Farbenmeer, Sehen und Erinnern" kann im Amtsgericht Rheinbach, Schweigelstraße 30, noch bis zum 15. Februar 2016 besucht werden. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr, donnerstags auch von 14 bis 15 Uhr.

Weitere Informationen unter www.kunstforum-99.de