Denkmalschutz

Arbeiten an der Tomburg in Rheinbach sind beendet

Rheinbach. In dieser Woche räumt die Sanierungsfirma die Baustelle in Rheinbach. Längst nicht alle geplanten Arbeiten wurden auch verwirklicht, weil das zur Verfügung stehende Geld von knapp 200 000 Euro nicht ausreichte.

In dieser Woche hießt es Zusammenpacken für Burkhard Stiewe, Geschäftsführer einer Wismarer Fachfirma, die sich auf die Sanierung historischer Bauwerke spezialisiert hat. Die Sicherungsarbeiten an den Mauern ehemaliger Wirtschaftsgebäude in der mittelalterlichen Tomburg-Ruine sind erledigt. Allerdings nicht alle Maßnahmen, so, wie ursprünglich vorgesehen: Auf die Sichtbarmachung von noch im Erdreich verborgenen Mauerwerksresten hatte die Stadt Rheinbach als Bauherr erst vor Kurzem verzichtet. Aus gutem Grund, die Baukosten waren deutlich höher ausgefallen als kalkuliert.

Konkret waren im Zuge der rund neun Monate währenden Sanierung aufwendige Mehrarbeiten notwendig geworden, die das Projekt weit teurer gemacht haben als die zur Verfügung stehenden knapp 200.000 Euro. In dieser Situation kann Bürgermeister Stefan Raetz allerdings mit erfreulichen Nachrichten aufwarten: „Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat aufgrund der Mehrkosten den Förderbetrag um 30.000 Euro auf 90.000 Euro erhöht.“

Dieses sei eine erfreuliche Zusage und zeige die Bereitschaft der Stiftung, „zum Erhalt der Tomburg als kulturelles Erbe der Region beizutragen“. Unklar ist allerdings bislang, wofür die zusätzlichen Fördergelder verwendet werden: Zur Deckung der Mehrkosten oder als Beitrag zum kulturhistorisch wertvollen Aufmauern?

Höhe der Gesamtkosten steht noch nicht fest

Die Frage bleibt weiterhin, wie teuer die bisherigen Sicherungsarbeiten der Tomburg nun unterm Strich ausfallen werden. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel in Höhe von 196.000 Euro werden überschritten, bestätigte bereits Stadtsprecher Nobert Sauren im April (der GA berichtete). Auch ganz aktuell kann Bürgermeister Raetz nur darauf verweisen, dass die Kosten noch nicht exakt zu beziffern sind, „da der Stadtverwaltung noch keine Schlussrechnung des Unternehmens vorliegt“.

Ursache für die Kostensteigerung sind laut Raetz größere Mengen bei der Materialgewinnung der Basaltlavasteine. Hinzu seien die Bauzeitenverlängerung gekommen sowie verschiedene zusätzliche Leistungen, „die für die Realisierung der Maßnahme zwingend erforderlich waren“. Raetz verweist insbesondere auf das seitens des Amtes für Umwelt- und Naturschutz geforderte artenschutzrechtliche Gutachten, welches zu beauftragen war und die Stadt Rheinbach auch zur Umsetzung von weiteren mit Kosten verbundenen Maßnahmen verpflichtet habe.

Ferner hat sich laut Bürgermeister Raetz im Laufe der Baumaßnahme herausgestellt, „dass die äußere Umfassungsmauer im Bereich der Abbruchkante zum östlichen Steinbruch in der letzten Winterperiode erheblich zerstört war“. Damit die Standsicherheit des Bauwerks gewährleistet werden und man vor allem weitere Verluste an der sich oberhalb der Umfassungsmauer befindlichen denkmalgeschützten Substanz verhindern konnte, musste laut Raetz „an der absturzgefährdeten Stelle eine nicht im Leistungsverzeichnis vorgesehene Tragkonstruktion in Form einer Stützwand errichtet werden“.

Erforschung des Brunnens ist neues Projekt

Ein weiterer merklicher Posten in Sachen Mehraufwand seien die Wegebauarbeiten gewesen. „Die Baustelle war aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse in Verbindung mit den ungünstigen Witterungsbedingungen für das bauausführende Unternehmen zeitweise nicht zugänglich“, führt der Bürgermeister aus. Daher seien „umfangreiche Arbeiten zur Erreichbarkeit des Baustellenlagers und des Sanierungsobjektes erforderlich“ gewesen.

Andreas Herrmann, Vorsitzender des neuen gemeinnützigen „Freundeskreises Tomburg“, will die Sicherung und Erforschung der mittelalterlichen Wehranlage von ehrenamtlicher Seite aus begleiten. Dazu sollen vor allem „Einzelmaßnahmen in Kooperation mit Stadt, Denkmalpflege und Naturschutz als Angebot an potenzielle Sponsoren und Förderer entwickelt werden“, so Herrmann.

Konkret seien dem Freundeskreis mehrere Maßnahmen wichtig. Die Sicherung von Bruchsteinen auf der Tomburg. Herrmann: „Das Aufmauern und Sichtbarmachen von Fundamenten der Wirtschaftsgebäude kann als Folgeprojekt durchgeführt werden. Es ist der Burg zu wünschen, dass die Nachschubförderung der Denkmal-Stiftung auch hierfür verwendet werden kann.“ Ein neues Projekt des Freundeskreises ist die Erforschung des Brunnens der Burg.

Weitere Informationen unter freundeskreis-tomburg.de.