Aus der Vitrine unter den Hammer

Alles dreht sich um Glas in Rheinbach

Experten um (v. l.) Ruth Fabritius und Helga Feuser-Strasdas begutachten Gläser und Vasen, die Besucher zur Glasbörse mitbringen.

Experten um (v. l.) Ruth Fabritius und Helga Feuser-Strasdas begutachten Gläser und Vasen, die Besucher zur Glasbörse mitbringen.

Rheinbach. Bei der ersten Rheinbacher Glasbörse werden Kunst und Kitsch begutachtet und versteigert. Experten bekommen viel Alltagsware, aber auch einige Schnäppchen zu sehen.

Der Veranstaltungskalender in Rheinbach ist grundsätzlich gut und variantenreich gefüllt und trotzdem konnte die Glasstadt wieder einmal mit einem neuen Angebot glänzen: Jeder, der schon immer einmal wissen wollte, ob die Vase oder das Trinkglas in seiner Vitrine oder im Kellerschrank mehr als nur von persönlichem Wert ist, konnte seine „Schätzchen“ bei der ersten Rheinbacher Glasbörse im Ratssaal des Glasmuseums begutachten lassen.

Im Anschluss an die Veranstaltung kam ausgewähltes Glas – ohne Schaden zu nehmen – unter den Hammer. Und zwar bei einer Auktion, bei der nicht nur der Nachlass von Heinz Markowski, sondern auch Schätzchen, die von Jung und Alt angeliefert worden waren, versteigert wurden.

„Nein, von musealem Wert ist das Glas nicht, aber sehr hübsch“, urteilte Ruth Fabritius, Leiterin des Glasmuseums und Mitglied des Expertenteams, das viel über Alter und Herkunft so manch einer mundgeblasenen Vase oder handbemalten Andenkenglases zu erzählen wusste. „Benutzen Sie es einfach, das Wasser schmeckt daraus viel besser“, wurde der Seniorin geraten, die wie so viele Besucher dieser Veranstaltung bedauerte, dass die Nachkommen kein Interesse an dem in die Jahre gekommenen Glas haben. „Es ist eben nicht spülmaschinentauglich.“ Auch Anne-Dore Mey hatte einige Liebhaberstücke im Gepäck und freute sich, dass sie von den Fachleuten Informationen erhielt.

„Diesen Randbecher zitiert die Egermanngravur, die man sich unten im Museum in der Vitrine anschauen kann“, erläuterte Fabritius und nahm die Gravur aber noch genauer unter die Lupe: „Bei diesem Glas hier wollte aber einer schnell fertig werden.“ Neben vielem Gebrauchsglas, das zur Einschätzung gebracht wurde, fand sich aber auch so manches Unikat. „Die signierte Lötz-Vase, von der der Besitzer vorhin noch nicht ahnte, was er da in der Hand hielt, war eines der herausragendsten Stücke heute“, waren sich Fabritius und Helga Feuser-Strasdas, Expertin für Glasmalerei, einig.