Krimi "Brandmord" aus Rheinbach Alexa Thiesmeyer ist bönnsche Agatha Christie

In einem Rheinbacher Höhenort Spielt Alexa Thiesmeyers neuer Krimi „Brandmord“.

Rheinbach. Neuer Rheinbach-Roman „Brandmord“ von Alexa Thiesmeyer glänzt mit skurrilen Protagonisten. Lesung am Donnerstag, 13. September, in der Rheinbacher Buchhandlung Kayser. Es ist der fünfte Krimi der Volljuristin.

Welch ein Idyll. Das kleine Dorf auf den grünen Höhen der Voreifel gewährt den großstadtgeplagten Hausinteressenten, einen allumfassenden Panoramaausblick auf den Kölner Dom, Bonn und das Siebengebirge. Doch kaum ist die Tinte unter dem Kaufvertrag für das neue Eigenheim hoch über Rheinbach trocken und der Umzugswagen entleert, werden die früheren Bonner Südstadtbewohner unfreiwillig Zeugen, wie das Nachbarhaus ein Raub der Flammen wird und das Feuer das Leben von Architekt Curd Lemon auslöscht. Nach und nach verdichten sich die Anzeichen, dass ein halbes Duzend Menschen dem eigenwilligen Baukreativen nach dem Leben getrachtet haben könnte. In der kleinen Stichstraße in Ruhiglage am Waldrand, kurz vor dem Nirgendwo, eröffnet die Bonner Autorin Alexa Thiesmeyer in „Brandmord“ einen ganzen Kosmos an skurrilen Protagonisten und all deren Geheimnissen.

Um welchen der Rheinbacher Höhenorte es sich in dem 259 Seiten starken Werk handelt, darüber schweigt sich die in Ückesdorf lebende Vielschreiberin, studierte Volljuristin mit Fachgebiet Strafrecht, Mutter von fünf erwachsenen Kindern sowie Großmutter von sieben Enkelkindern, lieber vielsagend aus. „Dass der Name nicht genannt wird, entspringt meinem Wunsch, mir das Dorf des Romans als fiktives vorzustellen“, sagt Thiesmeyer im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Unaufgeregte Art des Erzählens

Kennzeichnend für ihre unaufgeregte Art des Erzählens ist, dass sie auf blutige Schilderungen oder gar wortreiche Gemetzel vollständig verzichtet, sondern ihre Spannung durch die Beschreibung der skurrilen Bewohner des namenlosen Dorfes erzeugt. Ihre Leser schätzen diese besondere Art des Krimischreibens, die Thiesmeyer zu einer bönnschen Agatha Christie macht. Christie gilt mit ihrer Heldin Miss Marple als stilbildendes Paradebeispiel für die Gattung des sogenannten Cosy-Krimis (Kuschelkrimi). Diese Form des Kriminalromans blickt zwar in emotionale und psychologische Abgründe, verzichtet aber beispielsweise auf die Schilderungen der Tötungen.

Unverkennbar ist, mit wie viel erfrischendem Lokalkolorit die Figuren von Alexa Thiesmeyer gezeichnet sind. Sie ist nicht nur Juristin und war als Journalistin und Dozentin tätig, sie leitete auch Theater-Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Jugendtheatergruppen. Außerdem schreibt sie seit mehr als zwei Jahrzehnten Theatertexte – Komödien, Satiren und Sketche für Erwachsene und Kinder. „Für das Theater legt man als Autorin eine Figur an, ausgefüllt wird sie dann vom Schauspieler.“ Im Buch ist das selbstredend anders. Kein Wunder also, dass die Protagonisten in ihren Büchern vielschichtig und geheimnisvoll daherkommen, dass es schwerfällt, das Buch beiseite zu legen.

Bereits der fünfte Fall

Zu ihrem bereits fünften Fall arbeitet somit Thiesmeyers ungleiches Ermittlerduo um Privatdetektiv Freddy Stieger und seiner analytisch denkenden Bekannten Pilar Álvarez-Scholz zusammen, obgleich sich die Beiden geschworen hatten, nie wieder zu ermitteln. Auf das Motiv des Mordbrands stieß die Autorin übrigens in einer Saga aus der von ihr sehr geschätzten isländischen Literatur. „In dieser Geschichte sah es zuerst nach einem gewöhnlichen Brand aus, ehe entdeckt wurde, dass die Tür des Brandhauses von außen verbarrikadiert worden war.“

Um über die vernichtende Kraft des Feuers authentisch erzählen zu können, spricht Thiesmeyer mit einem Brandermittler im Ruhestand. „Die Spuren sind nach dem Feuer – und den Löscharbeiten – in aller Regel vernichtet“, berichtet sie. Erst in der Analyse des Brandschutts lassen sich Indizien erkennen. Wie üblich sind Alexa Thiesmeyers kriminelle Geschichten, wie bereits „Adenauerallee“ (2015) oder „Kottenforst“ (2013) herausragend recherchiert. Ruhe zum Schreiben findet sie übrigens dort, wo sie ihre literarischen Figuren morden lässt: bei Spaziergängen mit Panoramablick im Grünen der Rheinbacher Höhenorten.

Das Buch „Brandmord“ von Alexa Thiesmeyer ist erschienen bei Edition Lempertz und kostet 9,99 Euro. Die Lesung beginnt am Donnerstag, 13. September, 19 Uhr, in der Rheinbacher Buchhandlung Kayser, Hauptstraße 28. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro.

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