Rheinbacher Glasfachschule

Absolventen sollen künftig auch Abitur machen können

Die Arbeit mit Glas ist ein Schwerpunkt am Berufskolleg in Rheinbach. Demnächst soll es auch die Möglichkeit geben, dort Abitur zu machen. FOTO: GA-ARCHIV/HENRY

Die Arbeit mit Glas ist ein Schwerpunkt am Berufskolleg in Rheinbach. Demnächst soll es auch die Möglichkeit geben, dort Abitur zu machen.

RHEINBACH. Rheinbachs Schullandschaft soll im Schuljahr 2016/17 um eine weitere Schulform erweitert werden: Das Staatliche Berufskolleg Glas Keramik Gestaltung des Landes NRW in Rheinbach will ab dem kommenden Schuljahr in der Oberstufe die Möglichkeit einer Doppelqualifikation anbieten.

Der entsprechende Antrag für das Berufsausbildungsangebot nach NRW-Landesrecht und Abitur liegt der Bezirksregierung Köln zur Genehmigung vor.

Am Beruflichen Gymnasium in Rheinbach sollen die Schüler dann nach drei Jahren und zwölf Wochen nicht nur die Allgemeine Hochschulreife erlangen, sondern in derselben Zeit eine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten absolvieren. Damit ist Rheinbach das fünfte Berufskolleg im Rhein-Sieg-Kreis, das den Schulzweig des Beruflichen Gymnasiums anbietet. "Wann der Antrag aus Rheinbach genehmigt wird, wissen wir im Moment nicht", macht André Kiese, Sprecher der Bezirksregierung, deutlich.

Das Interesse der Schüler an einer Ausbildung an einem Beruflichen Gymnasium ist groß. "Wir hatten bisher immer wieder Anfragen. Jetzt sind wir soweit und wollen das Berufliche Gymnasium einführen", freut sich Stephanie Merkenich, Abteilungsleiterin Berufsfachschule für Gestaltung an der Glasfachschule.

Ein Abschluss am Beruflichen Gymnasium für Kunst und Gestaltung in Rheinbach berechtigt die künftigen Absolventen zu einem regulären Studium an Fachhochschulen, Universitäten und Gesamthochschulen, kann aber auch zum Berufseinstieg in einen Medienbetrieb der Kreativbranche wie Werbeagentur, Verlag, Filmproduktion oder Grafik-Studio genutzt werden.

Eingangsvoraussetzungen für die Schüler sind unter anderem die Fachoberschulreife, ein Abschluss mit Qualifikationsvermerk bei Real-, Haupt- und Gesamtschülern oder die Versetzung von Gymnasiasten nach Klasse 10. Außer den Fächern des fachlichen Schwerpunktes (wie unter anderem Gestaltungstechnik, Grafikdesign, Kunst, Physik, Mathematik, Informatik) werden berufsübergreifende Kurse und Leistungskurse in Englisch und Gestaltungstechnik ab Klasse 12 Pflicht sein.

Die Abiturprüfungen sind Teil der Berufsabschlussprüfung. Außer den vier Abiturfächern (Englisch, Gestaltungstechnik, Deutsch oder Kunst oder Mathematik, sowie Gesellschaftslehre mit Geschichte oder Religion) legen die künftigen Schüler Prüfungen in Grafikdesign und Wirtschaftslehre ab. Außerdem gibt es eine praktische Prüfung. Ein vierwöchiges Betriebspraktikum rundet die umfassende Schulausbildung ab.

"Die Prüfungen liegen so, dass die Schüler die Bewerbungsfristen für ein Hochschulstudium einhalten können. Nun haben unsere Schüler neben der klassischen Handwerksausbildung in der Berufsschule für Glastechnik und Glasgestaltung und dem Besuch der Fachoberschule für Gestaltung sowie der Berufsfachschule für Gestaltung eine zusätzliche Ausbildungsoption", zeigt sich Stephanie Merkenich zufrieden.

Für Schulleiter Walter Dernbach ist die Einführung eines Beruflichen Gymnasiums für die Stadt als Schulstandort wichtig. "Rheinbach ist schulisch breit aufgestellt. Mit dem Beruflichen Gymnasium bieten wir den Schülern, die ihren Schwerpunkt im praktischen Bereich haben, eine zusätzliche Möglichkeit, Abitur zu machen."

Für Interessenten des Beruflichen Gymnasiums gibt es am Samstag, 30. Januar, von 10 bis 13 Uhr einen Beratungstag. Schulanmeldungen nimmt die Schule von Montag, 15. Februar, bis Sonntag, 28. Februar, entgegen. Nähere Informationen beim Sekretariat unter Tel. 0 22 26/9 22 00.