Aus nach 51 Jahren

Abschied von Rheinbacher Hauptschule

RHEINBACH. Kein offizielles Adieu der Politik zum Ende der Rheinbacher Hauptschule. Mit dem Ende des Schuljahrs 2019 schließt die Gemeinschaftshauptschule die Türen. Ehemalige haben sich zum Gedankenaustausch im Brauhaus getroffen.

Eher bescheiden fiel der Abschied von der Gemeinschaftshauptschule aus – keine Abschiedsreden von politischen Vertretern, keine Gedenkplakette an dem Gebäude, das immerhin 51 Jahre Heimat der Schule war. Nur ein zwangloses Treffen im Brauhaus, zu dem ein Kreis um Christine Rösner für die Schulleitung, Ute Lohmüller für das Kollegium und Madeleine Christian für die Schülerschaft ins Brauhaus eingeladen hatte.

Über Stunden herrschte ein Kommen und Gehen. Allerdings wäre insgesamt von der Teilnehmerzahl her „noch Luft nach oben gewesen“, so das Organisationsteam. Sie führten dies nicht auf mangelndes Interesse oder mangelnde Verbundenheit mit der Schule zurück, sondern auf das erste Ferienwochenende und viele parallele Veranstaltungen. Aber diejenigen, denen die Schule etwas bedeutete, wie viele ehemalige Sekretärinnen, Schüler und Lehrer, nutzten das Treffen für viele Gespräche, ein Wiedersehen und zugleich ein Abschiednehmen von der Hauptschule, die „abgeschafft“ wurde.

Was das Orga-Team bedauerte war, dass von der Politik niemand gekommen war, mit Ausnahme der politisch aktiven früheren Lehrerin Tamara Vogt und des früheren Schulleiters Bernd Beißel. Christine Rösner, selbst 37 Jahre Lehrerin und zum Schluss Konrektorin, freute sich aber besonders, dass etliche Ehemalige noch spät gekommen waren. Und auch einige, die ihren Abschluss an der Gemeinschaftshauptschule schon gemacht hatten, lange bevor sie selbst dort als Lehrerin begonnen hatte. Überrascht war das Organisationsteam allerdings, dass es fast ausschließlich „einheimische“ Ehemalige waren und bis auf eine Ausnahme keine mit Migrationshintergrund.

Noch heute bedauert Rösner das Aus der Hauptschule, die vielen Schülern bestmögliche Förderung habe geben können: „Wir konnten uns um die Schwachen konzentrierter kümmern und das Tempo mal verlangsamen.“ Sie erinnerte daran, dass die Hauptschule in der Rheinbacher Schullandschaft über Jahrzehnte fest verwurzelt war und dank engagierter Lehrer viele Schüler die Schule mit dem Haupt- oder Realschulabschluss, nicht wenige mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe verlassen hatten. Zudem sorgten stets Sekretärinnen und Hausmeister mit für ein angenehmes Schulklima und gute Arbeitsbedingungen.