"Gute Schule 2020"

661.000 Euro für Digitalisierung in Rheinbacher Schulen

Digitales Lernen steht in den Lehrplänen, erfordert aber auch schnelles Internet.

Digitales Lernen steht in den Lehrplänen, erfordert aber auch schnelles Internet.

Rheinbach. Rheinbacher Schulen erhalten 661.000 Euro aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“. Knapp 300.000 Euro gehen in den Glasfaserausbau für schnelleres Internet in den Schulen.

Diese Art von Schub werden die Schüler in Rheinbach deutlich spüren: In den Breitbandausbau an Rheinbacher Schulen kommt Bewegung – erhebliche Bewegung, was die nutzbaren Bandbreiten der schnellen Internetverbindungen angeht. Mit Mitteln aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ und Geld aus dem Rheinbacher Etat 2018 können die Schulen in städtischer Trägerschaft in die digitale Entwicklung investieren. Vom Ausschuss für Schule, Bildung und Sport gab es dafür einstimmig grünes Licht.

Wofür die Landesgelder aus Düsseldorf konkret eingesetzt werden sollen, darüber hatten sich die Ausschussmitglieder bereits im April vergangenen Jahres Gedanken gemacht: An erster Stelle soll in die digitale Entwicklung der Schulen investiert werden, ferner in neue Toilettenanlagen sowie in sogenannte Notfall- und Gefahrenreaktionssysteme. Für das laufende Jahr kommen 661 628 Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ den Rheinbacher Schulen zugute.

Für 265.000 Euro können die Toiletten des Städtischen Gymnasiums samt Lehrertoilette saniert werden. Für insgesamt 292.000 Euro schafft die Stadt als Schulträger neue Alarmierungseinrichtungen an der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Sürster Weg sowie den Katholischen Grundschulen in Flerzheim, Merzbach und Wormersdorf an.

Zwischenüberschrift

Für höhere Bandbreiten bei der Glasfasertechnik können 297.500 Euro eingesetzt werden, 109.000 Euro stammen aus dem Programm „Gute Schule“, 188 000 Euro aus dem Stadtsäckel. Die Sprünge bei der Leistung der Internetverbindungen sind immens. Die meisten Schulen in Rheinbach können derzeit Anschlüsse mit 16 Mbit pro Sekunde nutzen. Dank der neuen Technik, die mit baulichen Veränderungen einhergeht, können Schulen wie die GGS Sürster Weg, die Haupt- und Realschule sowie das Städtische Gymnasium Bandbreiten von bis zu 400 Mbit pro Sekunde nutzen.

Wie groß der Nachholbedarf in diesem Segment ist, machte Raffael Knauber, Erster Beigeordneter der Stadt, deutlich: „Erst 13 Prozent der Schulen in NRW sind bislang ans schnelle Internet angeschlossen“, sagte Knauber. Zwar habe die Bundesregierung angekündigt, im sogenannten „Wanka-Paket“ rund eine Milliarde Euro für den Ausbau der IT-Kapazitäten zur Verfügung zu stellen, er sei aber „gespannt auf den Verteilungsschlüssel“ und wie das Geld letztlich in jeder Kommune ankomme.

Grünen-Ratsherr Nils Lenke stellte die Frage, ob ein vergleichsweise großer Anteil der „Gute Schule“-Mittel in den IT-Ausbau fließen müssten. „Kinder müssen lesen lernen“, sagte Lenke. Bei Computern und Smartphones müsse den Heranwachsenden heute nicht mehr viel beigebracht werden. Elke Dietrich-Rein, Leiterin der Gesamtschule Rheinbach und gleichzeitig Sprecherin der Rheinbacher Schulen im Ausschuss, verwies hingegen darauf, dass digitales Lernen heute Teil des Lehrplans sei. „Das 'normale Lernen' wird es aber auch weiterhin geben“, so Dietrich-Rein.