Mahnmal steht wieder an der A555

Wegekreuz steht wieder

BORNHEIM-UEDORF. Ein paar Macken sind noch zu sehen und das weiße Marmorkreuz ist komplett neu - doch rund acht Monate nach dem schweren Verkehrsunfall an der A 555 in Uedorf steht das Wegekreuz aus dem Jahr 1935 wieder an Ort und Stelle.

Am Sonntag wurde es vom Bornheimer Pfarrer Jörg Stockem eingesegnet. Dabei schloss er in sein Gebet alle Menschen ein, die im Verkehr unterwegs sind und Schutz brauchen. Denn inzwischen sind es zwei schwere Verkehrsunfälle, die mit diesem Wegekreuz in Verbindung stehen.

Das steinerne Denkmal auf dem Wirtschaftsweg, der unter der Autobahn 555 vom Bornheimer Wasserwerk nach Uedorf führt, erinnert zum einen an den ersten tödlichen Unfall auf der heutigen A 555 zwischen Köln und Bonn. Sie war am 6. August 1932 als Deutschlands und Europas erste "Nur-Automobilstraße" eröffnet worden.

In Höhe des Wirtschaftsweges in der Gemarkung Uedorf ereignete sich am 11. Juni 1934, etwa eine Stunde vor Mitternacht, der erste tödliche Unfall. Ein mit Papierrollen schwer beladener Laster krachte auf der Autostraße plötzlich gegen das Brückengeländer aus Eisenbeton, die beiden Lastwagenfahrer aus dem badischen Villingen kamen dabei ums Leben. An ihren Tod erinnert das Wegekreuz an der Unterführung der A 555 in der Uedorfer Feldflur.

Gut ein Jahr nach dem Unfall wurde es von der Familie Toni Schmitz aus Uedorf errichtet, als Datum ist der 10. Juli 1935 vermerkt. Der Bereich der Unfallstelle gehörte damals zur Gemarkung des Eierhofes, den Toni Schmitz besaß, und das Errichten von Unglückskreuzen war damals üblich.

Dramatische Umstände herrschten an derselben Stelle auch am 5. November 2013: Gegen 5 Uhr in der Früh war ein Autofahrer aus Köln von der A 555 abgekommen und mit seinem Wagen auf das Wegekreuz regelrecht geflogen. Der 46-Jährige wurde aus seinem Auto geschleudert und landete im Porreefeld von Biobauer Leonard Palm. Der Landwirt erlebte noch die Löscharbeiten, als er um 6 Uhr zu seinen Feldern fuhr. Der Fahrer überlebte, der Wagen indessen brannte komplett aus.

Das Wegekreuz zerbrach beim Aufprall in mehrere Teile, die auf dem Gelände des Stadtbetriebes Bornheim in Waldorf sichergestellt wurden. Die Umstände riefen Uedorfs Ortsvorsteher Bernd Marx auf den Plan, der sich zunächst über das plötzliche Verschwinden des Wegekreuzes wunderte. Dann setzte er sich bei der Stadt Bornheim für die Restaurierung des Wegekreuzes durch den Unfallverursacher ein. Und so geschah es auch.

Die Versicherung zahlte die Instandsetzung des Wegekreuzes durch den Steinbildhauermeister Helmut Sistig aus Walberberg; Maria Saß aus Uedorf sorgte für ansprechenden Blumenschmuck. Johannes Saß, geschäftsführender Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde Sankt Aegidius Hersel, begrüßte rund 40 Menschen, die der Einladung des Ortsausschusses Uedorf und der Kirchengemeinde zur Einsegnung gefolgt waren.

Saß dankte Ortsvorsteher Marx für dessen Einsatz in den Restaurierungsangelegenheiten, Marx wiederum lud die Gäste namens des Ortsausschusses anschließend an Ort und Stelle zu einem kleinen Imbiss ein.

Die Kreuzinschrift

Im grohsen Garten der Natur
Siest du des grohsen Gottes Spur.

Doch willst du sie
am gröhsten sehn,
So bleib vor einem Kreuze stehn.

Errichtet von Familie Toni Schmitz
Uedorf 10. Juli 1935