Post hatte gestreikt

Wahlbriefe aus Meckenheim wurden nicht gezählt

Die Briefwahl erfreut sich großen Zuspruchs. FOTO: DPA

Die Briefwahl erfreut sich großen Zuspruchs. FOTO: DPA

Meckenheim. In Meckenheim gab es offenbar Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl. Mehrere Wahlbriefe blieben für die Bundestagswahl unberücksichtigt. Grund dafür könnte ein Streik gewesen sein.

Mehrere Wahlbriefe von Meckenheimer Bürgern konnten für die Bundestagswahl am vergangenen Sonntag nicht berücksichtigt werden. Das bestätigt Holger Jung, Erster Beigeordneter der Stadt Meckenheim, auf GA-Anfrage. Eine genaue Zahl konnte er am Dienstag nicht nennen.

Hintergrund ist, dass eine Leserin am Montagmittag etwa 25 Wahlbriefe - verschlossen und abgestempelt - auf dem Tresen des Meckenheimer Bürgeramtes liegen sah. "Freitag und Samstag hat die Post in einigen Filialen in Meckenheim gestreikt, aber ich kann nicht sagen, ob der Streik in Verbindung mit den verspäteten Wahlbriefen steht", sagte Jung.

Nach wie vor kommen noch Wahlbriefe im Rathaus in Meckenheim an, das werde laut Jung nächste Woche auch noch der Fall sein. "Da geht es anderen Kommunen nicht anders. Verspätete Wahlbriefe kommen beispielsweise von Bürgern, die hier gemeldet sind, aber im Ausland leben. Oder solche, die aus beruflichen Gründen nicht vor Ort sein können. Es gibt diverse Gründe, warum die Wahlbriefe zu spät ankommen. Entweder wurden die Wahlunterlagen zu spät beantragt oder die Post wurde zu spät aufgegeben", mutmaßte Jung.

Hausbriefkasten im Rathaus geleert

Am Wahlsonntag wurde von Seiten der Post aber wieder zugestellt. "Das ist der letzte Termin der Zustellung zur Wahl und uns haben auch rote Umschläge erreicht", sagt Jung. Um 18 Uhr sei er selbst noch zum Hausbriefkasten des Rathauses gegangen und habe etwa zehn Wahlbriefe herausgeholt. "Wir sind verpflichtet, den Briefkasten zu kontrollieren. Diese Stimmen wurden natürlich auch gezählt. Alle Briefe, die nach 18 Uhr eingegangen wären, dann nicht mehr", erklärt er das Prozedere.

Obwohl die verspäteten Wahlbriefe Einfluss auf das Wahlergebnis haben, sei dieser "nur minimal", betont Jung. "Wir sprechen hier von Zehntel- oder Hundertstelprozent nach dem Komma", erklärt er.

Insgesamt gab es in Meckenheim 18.650 Wahlberechtigte und 15.033 abgegebene Stimmen, davon 143 ungültige Stimmen und 14.890 gültige Stimmen. Alles in allem lag die Wahlbeteilung bei mehr als 80 Prozent.