Meckenheimer Stadtsoldaten-Corps 1868

"Von Generationen getragen"

MECKENHEIM. "Von Generationen getragen", unter dieses Motto hat das Stadtsoldaten-Corps 1868 Meckenheim das Fest zu seinem 145-jährigen Bestehen gestellt. Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen bildeten eine Ausstellung und zwei Tage der offenen Tür im Zeughaus des Traditionsvereins am Wochenende.

Darauf, dass die Meckenheimer Stadtsoldaten eines der ältesten Traditionscorps Deutschlands seien, wies Kommandant Peter Klee bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung hin. 1868 wurde die "Große Meckenheimer Karnevalsgesellschaft" gegründet, die Keimzelle der Stadtsoldaten.

"Unter uns sind Mitglieder, die bei den Stadtsoldaten angemeldet wurden, bevor das Einwohnermeldeamt von ihrer Existenz wusste", beschrieb Klee die Verbundenheit zum Corps. Dank sagte Klee allen vorangegangenen Generationen, insbesondere seinen Vorgängern Karl Siegberg und Hans-Erich Jonen, der den Stadtsoldaten das Zeughaus beschert habe, "ein multifunktionales Gebäude, unsere gute Stube, unser Doheim".

Etwa 200 Exponate hatten Uniformwartin Regina Gutzeit und Zeremonienmeister Stefan Hammerschlag zusammengetragen, die im Proberaum im Untergeschoss des Zeughauses die Vereinsgeschichte dokumentierten - darunter die älteste erhaltene Uniform aus den 60er Jahren und Leihgaben wie Prinzenornate. Fotografien führten ebenfalls die Vergangenheit vor Augen. Kirmes- und Sitzungsplakate zeugten von den Veranstaltungen, die unter der Regie der Stadtsoldaten stattgefunden haben. Alte Instrumente belegten die Tradition des Musikzuges. Orden erinnerten an Sessionen und Tollitäten.

Auch Zeitungsausschnitte dienten als Zeitzeugen, so ein Bericht des General-Anzeigers vom 23. Februar 1898, der den Sicherheitsdienst der Stadtsoldaten gegen den Griesgram beschreibt, die im Karneval Lösegelder pressten und so einen hübschen Betrag für die Armen sammelten. Noch heute stehe das Traditionscorps für Bodenständigkeit, Heimatverbundenheit und das gesellschaftliche Leben in Meckenheim, sagte Schirmherr Bürgermeister Bert Spilles. Mit der Ausstellung werde ein wesentlicher Teil der Meckenheimer Stadtgeschichte lebendig.

Am Dienstagabend wird der Maibaum vor dem Zeughaus, Prof.-Scheeben-Straße, aufgestellt. Mit einem Festkommers am 10.Mai ab 19 Uhr im Zelt an der Swistbachaue beginnt das Jubiläumswochenende.