Umfangreiche Sanierung

Unter der Grundschule Merl wird tief gebuddelt

Das Wurzelwerk der Bäume, die um das Schulgelände stehen, ist um und in das Kanalsystem gewuchert. ARCHIVFOTO: AXEL VOGEL

Das Wurzelwerk der Bäume, die um das Schulgelände stehen, ist um und in das Kanalsystem gewuchert. ARCHIVFOTO: AXEL VOGEL

Meckenheim. Die maroden Rohrleitung an der Katholischen Grundschule in Merl müssen aufwendig saniert werden.

Mehr als nur ernüchternd war die Bilanz der Kanaluntersuchung im Netz an der katholischen Grundschule Merl im Oktober 2017. Manche Kanalanteile seien so angegriffen und rissig, dass man in naher Zukunft mit Zusammenbrüchen rechnen müsse, erklärte Horst Huhmann, Geschäftsführer des Ingenierbüros H2R aus Bad Breisig. Er stellte dem Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Tourismus die Ergebnisse der Untersuchungen detailliert vor.

Dringenden Handlungsbedarf fände man bei Kanaluntersuchungen in dieser Größenordnung fast immer zu einem geringen Anteil, so Huhmann. Im Netz der Schule stieße man auf diese Zustandsdefinition allerdings in weiten Teilen. Das Wurzelwerk der umgebenden Bäume hat die altersbedingt porösen Leitungsdichtungen offenbar genutzt, um den Wasserbedarf des Grüns direkt aus dem Kanal zu decken. Verschiebungen im System und brüchige Rohre sorgen derzeit dafür, dass Wasser teilweise nicht mehr abfließen, sondern nur noch im System versickern kann. „Einige Rohre konnten wir nicht untersuchen, weil der Durchmesser geringer als zehn Zentimeter war“, erklärte Huhmann. Bei einem solchen Rohrdurchmesser sei eine sinnvolle Entwässerung nicht zu gewährleisten.

In den 70er Jahren hatte man die Kanalleitungen in einem für den Fachmann heute nicht mehr nachvollziehbaren System angelegt. „Einige Rohre liegen in fünf Meter Tiefe, andere verlaufen sogar unter dem Gebäude“, so Huhmann. Würde man in der alten Linienführung das vorhandene System sanieren, schlüge das voraussichtlich mit rund 495 000 Euro zu Buche. Man könne dann die Sanierung zwar in verschiedene Bauabschnitte einteilen, die umstehenden Bäume aber müsste man fällen, um ihr Wurzelgeflecht weiträumig zu entfernen.

Bei einer zweiten Variante bliebe das Grün erhalten. Dabei würde das Kanalsystem der KGS Merl fast vollständig erneuert, zwei Entwässerungsbereiche in einen neuen Anschluss an den Sammler im „Merler Ring“ zusammengeführt. Weil die Trassen an den Bestandsbäumen vorbeigeführt würden, könnten diese bleiben. Diese Sanierungsvariante setzt indes einen neuen Anschluss in der Straße „Merler Ring“ voraus. Die zu erwartenden Kosten liegen trotzdem mit 438 000 Euro niedriger als bei Variante eins. „Das liegt daran, dass wir in diesem Fall erheblich weniger Erdarbeiten haben“, so Huhmann.

Den Ausschussmitgliedern fiel es leicht, sich für die zweite Variante zu entscheiden. Denn bei dieser Sanierung entsteht ein vollständig neues Kanalnetz mit langer Funktionszeit. Zudem werden Huhmann zufolge insgesamt weniger Rohrleitungsmeter in der Erde liegen als vorher, was die späteren Instandhaltungskosten verringern wird, die je Meter berechnet werden. Damit das alte Rohrsystem nicht durch vollständigen Verfall für unschöne Überraschungen sorgen kann, werden die alten Leitungen im Zuge der Sanierungen verfüllt, so Huhmann.