Ordensgründerin im Fokus

Theater in Lüftelberg zeigt Clara Feys Leben in 26 Szenen

Die Akteure des Mysterienspiels in Lüftelberg.

Die Akteure des Mysterienspiels in Lüftelberg.

MECKENHEIM-LÜFTELBERG. Theaterverein „Lüfthildis Mysterienspiele“ widmet sich der am 5. Mai der selig gesprochenen Ordensgründerin. Das Stück greift aktuelle Themen wie Kinderarbeit, Billiglöhne und Armut auf.

Clara Fey (1815-1894), Tochter eines Aachener Tuchmachers, hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, armen und benachteiligten Kindern und Jugendlichen Schulbildung und christliche Erziehung angedeihen zu lassen. Zu diesem Zweck rief sie eine klösterliche Gemeinschaft, die „Genossenschaft der Schwestern vom armen Kinde Jesus“, ins Leben und gründete zahlreiche Schulen und Niederlassungen in aller Welt.

Am 5. Mai wurde Clara Fey in Aachen seliggesprochen. Dies ist für den Theaterverein „Lüfthildis Mysterienspiele“ Anlass, in seiner diesjährigen Festspielwoche das Stück „Mutter Clara Fey – Schwester vom armen Kinde Jesus“ nach Kurt Faßbender aufzuführen. „Erschreckend aktuell“ seien die sozialen Themen, die das Stück aufgreife, wie Kinderarbeit, Billiglöhne und die Situation der Arbeiter, meint Uwe Kolbitz, Vorsitzender des Theatervereins.

Das Stück, das 1991 in Aachen erstmals gezeigt wurde, wird in einer gekürzten und modernisierten Fassung aufgeführt. Ein Sprecher (Christoph Holzapfel) stellt die Verbindung zum Heute her. „Schlüsselszenen sind Clara Feys Visionen am Anfang und am Ende des Stückes, in denen sie dem armen Jesuskind ein Almosen gibt“, erläutert Monika Döhnert, die mit Willi-Josef Wild Regie führt. „Ich habe viele arme Schwestern und Brüder“, sagt Jesus der elfjährigen Clara (Franziska Lindner) im Prolog. „Die Not ist nicht gewichen, sie hat sich nur verändert“, sagt er am Schluss zur erwachsenen Mutter Clara (Natalie Wiehlpütz).

Gezeigt werden wichtige Wendepunkte ihres Lebens

In zwei Akten mit 26 Szenen zeigt das Mysterienspiel wichtige Wendepunkte im Leben der Clara Fey, wie den Tod des Vaters, den Zusammenschluss zur klösterlichen Gemeinschaft mit ihren Freundinnen und die herausfordernde Zeit des Kulturkampfes 1875, als die Schulen verstaatlicht wurden und die Schwestern vom armen Kinde Jesus nur noch in der Krankenpflege tätig sein durften und Clara Fey sich entschloss, nach Simpelveld in Holland zu gehen.

Auch in diesem Jahr hat der Laienspielverein wieder zahlreiche Jungschaupieler in seinen Reihen, die erstmals auf der Bühne stehen. „An Nachwuchs mangelt es uns nicht“, freut sich Vorsitzender Kolbitz, räumt aber ein, dass „Herren im gesetzteren Alter“ in der Lüftelberger Theatergruppe rar sind.

Bei der Inszenierung hatten die Lüftelberger professionelle Unterstützung. Die Bonner Regisseurin und Choreografin Molly Spitta habe wertvolle Impulse gegeben und die Schauspieler beim Probenwochenende im Kloster Steinfeld bei Kall gecoacht. „Es ist jetzt ein anderes, weniger steifes Spielen“, berichtet Rose Krämer, die als gebürtige Aachenerin einen besonderen Bezug zum Stück hat und bereits 1991 ebenso wie jetzt Clara Feys Mutter Katharina verkörpert.

Theatergruppe liebt Spaß und Geselligkeit

Warum es allen so viel Freude macht, bei der Lüftelberger Theatergruppe mitzuwirken, beschreibt Hauptdarstellerin Natalie Wiehlpütz: „Es gibt keine Grüppchen, ganz unabhängig vom Alter bilden wir eine Gemeinschaft und haben Spaß.“ Der Theaterverein wurde 1981 auf Initiative von Kurt Faßbender gegründet, um mit Aufführungen in der Pfarrkirche St. Petrus zur Festoktav der Dorfheiligen Lüfthildis die Wallfahrtstradition in Lüftelberg aufrechtzuerhalten.

Die Aufführungen des Mysterienspiels „Mutter Clara Fey“ nach Kurt Faßbender in der Katholischen Pfarrkirche St. Petrus in Lüftelberg finden statt am 31. Mai ab 17 Uhr, 2. Juni ab 18 Uhr, 3. Juni ab 17 Uhr, 9. Juni ab 18 Uhr und 10. Juni ab 17 Uhr. Karten können werktags von 17 bis 19 Uhr unter 0 22 25/1 79 78 vorbestellt werden.