Gelände des ehemaligen Plus-Marktes

Seniorenresidenz in Heimerzheim kommt nächstes Jahr

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Eigentlich sollte das Projekt schon in diesem Frühjahr fertig sein. Geplant sind 80 behindertengerechte Einzelzimmer. In der neuen Einrichtung in Heimerzheim werden rund 70 Stellen für Vollzeit- und Teilzeitkräfte entstehen.

Seit dem Frühjahr 2018 sollte das zweite Seniorenzentrum im größten Swisttaler Ortsteil bereits fertig sein. Aber die verlassenen Gebäude des früheren Plus-Marktes zwischen Kölner Straße und Gartenstraße stehen immer noch – aber kein Seniorenzentrum. Seit Jahren gibt es schon Pläne für den Abriss der alten Gebäude ebenso wie Pläne für neue Projekte auf dem Gelände im Heimerzheimer Zentrum.

So wurde zuletzt die Planung für ein Seniorenzentrum auch schon der Bevölkerung vorgestellt, aber wieder ad acta gelegt, weil Projektentwickler und angedachter Betreiber die Zusammenarbeit beendet hatten. Nun aber ist das Licht am Ende des Tunnels unübersehbar hell: Die Seniorenpark Heimerzheim GmbH mit Sitz in Winsen/Aller wird im Frühjahr 2019 mit dem Bau der Seniorenresidenz Heimerzheim beginnen.

Alle notwendigen Genehmigungen liegen jetzt vor. Das erklärten jetzt gemeinsam Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Beigeordneter Hans Dieter Wirtz und Fachbereichsleiter Jürgen Funke gemeinsam mit Susanne Thon, Mitglied der Geschäftsführung des künftigen Betreibers Mediko Pflege- und Gesundheitszentren GmbH, und der Architekt Jan von Hörsten von Plan- & Bauwerk in Winsen/Aller.

Zimmer mit 23 Quadratmetern

Allerdings basieren die Genehmigungen auf inzwischen wieder geänderten Plänen. Denn: „Es gab zwar ein geplantes Projekt, das auch von der Heimaufsicht genehmigt war. Aber es war nicht ganz unser Standard. Wir hatten noch einiges zu verbessern“, erklärten Thon und von Hörsten. „Jetzt haben wir 80 Plätze in rollstuhlgerechten Einzelzimmern mit eigenem Bad.“

Die Zimmer werden jeweils rund 23 Quadratmeter groß und mit bodentiefen Fenstern ausgestattet sein. Möglich sind den Angaben zufolge vollstationäre Pflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Großen Wert lege man auch auf die hauseigene Wäscherei und hauseigene Vollküche und Restaurant, das zur Kölner Straße hin mit einer kleinen Terrasse ausgestattet werden soll. „Wir wollen eine offene Einrichtung sein“, betonten Thon und von Hörsten. Das Restaurant sei zwar kein À-la-carte-Restaurant oder Gastronomiebetrieb. Aber Besucher von Senioren des Hauses könnten dort essen.

Vorgesehen ist auch ein Friseur-Salon, den mediko aber nicht selbst betreiben, sondern einem externen örtlichen Friseur zur Verfügung stellen will. Entstehen sollen in der Seniorenresidenz Heimerzheim rund 70 flexible Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit sowie Ausbildungsplätze in den Bereichen Pflege, Betreuung, Verwaltung, Hauswirtschaft und Haustechnik. Als größte Herausforderung werteten Architekt und Mediko-Geschäftsführung die beiden geteilten Baukörper. Als Lösung solle mit einem Glasbau über zwei Geschosse eine Verbindung geschaffen werden. Integriert werden dort Aufenthaltsräume mit Zugang zur Gartenanlage mit zwei Terrassen in einer Art Innenhofgestaltung. Der vordere Gebäudeteil soll drei Vollgeschosse zuzüglich einem Dachgeschoss, der hintere Bereich zwei Vollgeschosse plus Dachgeschoss haben.

Eingeplant sind auch zwei Demenzbereiche oder sogenannte geschützte Bereiche mit entsprechenden Vorrichtungen, im Obergeschoss elf und im Erdgeschoss mit 17 Plätzen. „Aber jetzt schauen wir erst einmal, wie da der Bedarf ist und stimmen uns dann eng mit der Heimaufsicht ab“, so Thon.

Baubeginn im Frühjahr 2019

Voraussichtlicher Baubeginn ist im Frühjahr 2019, die Eröffnung ist geplant für das zweite Quartal 2020. Dass die Bestandsgebäude erst kurz vor Baubeginn abgerissen werden können, hängt laut Architekt von Hörsten mit der anhaltend guten Konjunktur im Baugewerbe zusammen: Man habe schlicht zu einem früheren Termin keine entsprechenden Firmen für Abbruch- und Erdbauarbeiten bekommen können.

Was auf dem Gelände zwischen Kirchstraße und Kölner Straße passiert, auf dem 30 Appartements für Betreutes Wohnen entstehen sollten, ist nach wie vor unklar, so Bürgermeisterin Kalkbrenner. Die Gespräche seien im Sande verlaufen und die Gemeinde habe nichts mehr vom Investor gehört, so Fachbereichsleiter Funke.

Die Seniorenpark Heimerzheim GmbH als Bauherr und Mediko Pflege- und Gesundheitszentren sind Töchter der Aureus Holding GmbH, die zur familiengeführten Lindhorst-Gruppe mit Sitz in Winsen/Aller gehört. Mediko betreibt im Rhein-Sieg-Kreis bereits drei Senioreneinrichtungen in Sankt Augustin und Niederkassel.