Stephanus-Kapelle in Meckenheim

Schild weist auf die Geschichte hin

Das Schild an der Kapelle weist auf die Geschichte hin.

MECKENHEIM. Eigentlich sei die Zeittafel zu klein für die Geschichte der Stephanus-Kapelle, erklärte Meinolf Schleyer, Vorsitzender des Heimatvereins Meckenheim. Daher ergänzte er bei der Übergabe des Schildes an die Bürger und die Katholische Kirchengemeinde die Daten von der ersten Erwähnung 1362 über den Neubau 1924 bis zum Eintrag in die Denkmalliste der Stadt Meckenheim 1987 in seiner Rede.

Die Geschichtstafel soll dabei helfen, "dass wir das Erbe unserer Vorfahren besser wertschätzen". Große Namen seien mit der Kapelle verbunden. So gebe es ein Edikt aus dem Jahr 1639, das den späteren Papst Alexander VII. Fabio Chigi in seiner damaligen Funktion als päpstlichen Nuntius in Köln mit der Kapelle in Verbindung bringe.

Der Neubau sei von den Architekten Peter Neuhaus und Aloys Böll, einem Onkel des Literaten Heinrich Böll, entworfen worden. Auf den Tag genau vor 87 Jahren sei die Kriegergedächtnis-Kapelle eingesegnet worden, verriet Schleyer. Dass sie auch immer bei der Festoktav des Patronatsfestes für Messfeiern genutzt wurde, hatte zuvor Pfarrer Reinhold Malcherek bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel "auf geschichtsträchtigem Boden" vor etwa 80 Gläubigen betont.

Der Heimatverein mache sich besonders durch Informationstafeln um die Stadt verdient, so auch durch eine weitere am Jüdischen Friedhof und durch Erläuterungstafeln unter den Straßenschilder, dankte Bürgermeister Bert Spilles für das Engagement.

Er selbst verbinde mit dem Stephansberg profanere Dinge. So habe man sich früher hier "mit den Mädels" verabredet. Auch werde hier alle zwei Jahre die "Nacht unter der Kastanie" gefeiert. Dass dies möglich ist, ist ebenfalls ein Verdienst des Heimatvereins, der die etwa 120 Jahre alte Rosskastanie neben der Kapelle 1975 aufwendig verarzten ließ.