Apfeltag des SAJ Lüftelberg

Saft für die Jugendarbeit

Lüftelberg, Apfelsaft pressen. Mit Michael Wiehlpütz (6.v.r.) und seiner Freundin Natalie Schertl (re.). Der einzige Flüchtling ist Wissam Al-Sheikh (2.v.l.).

Lüftelberg, Apfelsaft pressen. Mit Michael Wiehlpütz (6.v.r.) und seiner Freundin Natalie Schertl (re.). Der einzige Flüchtling ist Wissam Al-Sheikh (2.v.l.).

Meckenheim-Lüftelberg. Am letzten Septemberwochenende hatten Kinder und Jugendliche Äpfel der Streuobstwiesen an der Burg Lüftelberg gesammelt. Jetzt wurde das Obst von Jugendlichen zu Saft gepresst. 1.400 Liter kamen dabei zusammen.

Unter dem Motto „Meet“ hatte der Sachausschuss Jugend (SAJ) des Pfarrgemeinderates Sankt Petrus Lüftelberg am Samstag besonders junge Flüchtlinge aus dem gesamten Stadtgebiet an die Burg Lüftelberg geladen, um mit ihnen beim Apfelsaftpressen gemeinsam Spaß zu haben und ins Gespräch zu kommen. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr pressten die jungen Leute des SAJ die Äpfel der Streuobstwiesen an der örtlichen Burg.

Doch während am letzten Wochenende im September um die 20 Kinder und Jugendliche eifrig Äpfel gepflückt und zu Saft verarbeitet hatten, war am Samstag der 24-jährige Syrer Wissam Al-Sheikh der einzige Flüchtling, der zum „Jugendtreff“ gekommen war. „Ich wohne seit einem Jahr in Deutschland und habe eine eigene Wohnung. Bei solchen Gelegenheiten lerne ich besser Deutsch sprechen“, erläuterte der Student seine Motivation, beim Apfelsaftpressen zu helfen.

Den „Apfeltag“ organisiert der SAJ seit 2015. Die Idee dazu hatte Charlott von Jordans, deren Familie die Obstwiesen rund um die Burg gehören. Das Equipment für die Herstellung des Saftes steuerte der Lüftelberger Michael Wiehlpütz bei. Um die Versaftung fachgerecht über die Bühne zu bringen, haben sich die Mitglieder des SAJ um den zweiten Vorsitzenden Felix Buttlies (21) im Laufe der Zeit jede Menge Know-how angeeignet.

An den „Apfeltagen“ wird im Wechsel gepflückt und gepresst. Per Mini-Trecker, einem umgebauten Rasenmäher, samt Bollerwagen wurden die Äpfel von den Wiesen zum Waschen gebracht. Es folgten das Schreddern im Moster, das Umfüllen in eine Hydropresse und anschließend in Hydrokanister, in denen der Saft eineinhalb Stunden gelagert wurde, „damit sich die Schwebeteilchen absetzen“, wie Chemiestudentin Charlott (20) erklärte. Zum Schluss wurde der Apfelsaft in einer Glühweinpresse auf 80 Grad Celsius erhitzt und in Boxen mit fünf Litern Fassungsvermögen abgefüllt.

1.750 Liter Saft wurden im vergangenen Jahr hergestellt. In diesem Jahr waren es nur rund 1.400 Liter. Mit dem Verkaufserlös finanziert der SAJ unter anderem das jährliche Pfingstlager.

Interessierte können den Saft per E-Mail unter Apfelsaft@lueftelberg.org oder unter 0 15 77/2 45 68 98 bestellen.