Attacke am Waldfriedhof in Meckenheim

Polizei wirft Brüdern nach Angriff versuchten Mord vor

Meckenheim. Zwei Männer im Alter von 27 und 26 Jahren aus Meckenheim sollen ihrem 49-jährigen Vater an Fronleichnam geholfen haben, den 19-jährigen Freund der Tochter lebensgefährlich zu verletzen. Die Bonner Staatsanwaltschaft wirft ihnen versuchten Mord vor.

Wegen der blutigen Attacke auf einen 19 Jahre alten Mann aus Meckenheim am Fronleichnamsmorgen hat ein Richter am Freitagmittag zwei weitere Haftbefehle wegen versuchten Mordes erlassen. Zuvor waren in der Nacht zu Donnerstag die beiden 27 und 26 Jahre alten Brüder aus Meckenheim verhaftet worden.

Es handelt sich um die Söhne des 45 Jahre alten Familienvaters, der auf dem Parkplatz des Waldfriedhofs in Meckenheim den Freund seiner 17-jährigen Tochter mit einem schweren Radmutterschlüssel attackiert und lebensgefährlich verletzt hatte. Der Vater hatte nach eigenem Bekunden in der Nacht zu Fronleichnam nach seiner 17 Jahre alten Tochter gesucht, die nicht wie verabredet nach Hause gekommen war.

Als er sie gegen 3 Uhr am Donnerstagmorgen vor einer Woche in dem Auto des 19-Jährigen am Waldfriedhof entdeckte, soll er laut Ermittlungen der Polizei mit dem Radmutterschlüssel zuerst zwei Seitenscheiben des Autos zerstört und anschließend mit dem metallenen Werkzeug auf den Freund seiner Tochter eingeschlagen haben. Bei dem Angriff verletzte sich auch die Tochter. Sie konnte das Krankenhaus allerdings einen Tag später verlassen. Ein Zeuge hatte in der Tatnacht Hilfeschreie gehört und die Polizei verständigt. Die gerufene Streifenwagenbesatzung eilte zum Ort des Geschehens und nahm den Angreifer noch am Tatort fest.

Schon kurz nach der Tat hatten sich außerdem Zeugen gemeldet, die berichteten, dass der 45-Jährige bei dem Angriff nicht allein gehandelt haben soll, sondern dass seine beiden Söhne dabei hatte. „Im Zuge der weiteren Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise auf eine aktive Tatbeteiligung der beiden Söhne des 45-Jährigen“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei am Freitag.

Bereits gegen den 45 Jahre alten Familienvater hatte ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Die Bonner Polizei richtete wegen des brutalen Vorgehens der mutmaßlichen Täter eine Mordkommission ein. Der verletzte 19-Jährige hat auch über eine Woche nach der Bluttat das Krankenhaus noch nicht verlassen können. „Er befindet sich weiterhin in stationärer Behandlung“, erklärte der Polizeisprecher. Unmittelbar nach dem Angriff schwebte er sogar in Lebensgefahr.

Hinweise darauf, dass die mutmaßlichen Täter unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen gestanden haben, gibt es laut der Polizei bislang nicht. Außerdem seien sie den Ermittlern bislang „polizeilich nicht bekannt“.

Mitglieder der Opferfamilie bedrohen Täterfamilie

Laut Polizeisprecher Michael Beyer hatte die blutige Gewalttat an Fronleichnam noch ein Nachspiel: Personen aus dem Umfeld des Opfers hatten sich laut Beyer vor der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Meckenheim eingefunden und die Familie des Mannes bedroht. Das lässt darauf schließen, dass sich Opfer und Täter kannten. Ohne darauf einzugehen, sagte Beyer: „Es gab allerdings bei dem Auftritt der Angehörigen des Opfers vor dem Haus des Täters keinen direkten Kontakt zwischen einzelnen Personen.“

Nachdem herbeigerufene Polizisten an zwei Personen eine sogenannte Gefährderansprache richten wollten, beziehungsweise diese fixieren wollten, wehrten sich diese und flüchteten. Die Geflüchteten wurden dann aber bei einer Suchmaßnahme in Meckenheim entdeckt und zeitweise zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen. Wie der Onkel des 19-jährigen Opfers dem GA berichtete, stamme seine Familie aus dem Libanon, die des Täters offenbar aus der Türkei, es soll sich um Kurden handeln. Die Polizei bestätigte, dass das Opfer ein Deutscher sei, seine Familie aber einen Migrationshintergrund habe, auch die des Täters.