Goldenes Priesterjubiläum von Albrecht Tewes in Meckenheim

Pfarrer, Prinz und Schützenkönig

MECKENHEIM. Ganz groß feierte der pensionierte Seelsorger Albrecht Tewes am Sonntag mit dem Seelsorgeteam von Sankt Johannes der Täufer um Pfarrer Reinhold Malcherek sowie den Subsidaren Franz Winterscheidt und Georg von Lewin sein Goldenes Priesterjubiläum in der Kirche an der Hauptstraße.

VON SUSANNE TRÄUPMANN

"Die innere Gemeinschaft mit Gott und Jesus Christus sowie die Gemeinschaft mit den Menschen habe ich immer genossen", stellte Albrecht Tewes, ehemaliger Pfarrer der Kirchengemeinden Sankt Johannes der Täufer, Sankt Michael Merl und Sankt Petrus Lüftelberg, seit 2006 im Ruhestand, rückblickend fest.

Im Anschluss an die Dankmesse gratulierten dem Jubilar viele Gläubige bei einem Empfang im Schützenhaus. Zahlreiche "Schäfchen" aus Meckenheim, Merl und Lüftelberg nahmen an der Dankmesse teil, die der Jubilar selbst zelebrierte. Die Predigt hielt von Lewin, der beim Jubilar 1981 seine Primiz gefeiert hatte.

"Bauen an und für die Gemeinde"

Lewins Predigt handelte von der "Baustelle im menschlichen Leben und in der Kirche", denn, "Baustellen haben Tewes Leben im Dekanat (Meckenheim/Rheinbach) geprägt". Denn als der heute 77-Jährige 1974 sein Amt in der Apfelstadt antrat (Tewes war bis 2001 Pfarrer der Sankt Johannes Kirchengemeinde Meckenheim, ab 1986 und ab 1990 auch Pfarrer von Sankt Petrus Lüftelberg und Sankt Michael Merl) wurden gerade das neue Querschiff und die neue Apsis von Sankt Johannes gebaut.

Weitere Baumaßnahmen folgten, wie unter anderem die Errichtung der Bücherei, des Jugendheimes und des Wohnhauses an der Adolf-Kolping-Straße sowie der beiden Kindergärten.

Aber nicht nur ein "Bauen für die Gemeinde", sondern vor allem ein "Bauen an der Gemeinde" war Tewes ein besonderes Anliegen. So starteten mit seiner Hilfe Kommunionhelfer und Lektoren ihre Arbeit, der Pfarrgemeinderat wurde zu einer aktiven Mitarbeit an der Seelsorge herangezogen.

"Tewes ist es gelungen, die sich wandelnde Gemeinde neu zu strukturieren und die Gemeinde im Sinne des zweiten Vatikanischen Konzils aufzustellen", machte von Lewin deutlich.

Schützenbruder und Karnevalsjeck

Nicht nur in der Gemeinde war der Jubilar aktiv. Auch im gesellschaftlichen Leben Meckenheims spielte er eine Rolle. So sorgte er nicht nur als Schützenkönig der Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft, deren Präses er war, für Furore ("Zum Krönungsball bin ich dann allein gegangen"), sondern auch als Karnevalsprinz, was vielen Meckenheimern bis heute unvergesslich ist.

2001 gab Tewes seine Tätigkeit in Meckenheim auf, war jedoch noch bis 2006 zum Pfarrvikar in Oberbachem und Wachtberg sowie zum Pfarrverweser in Villip berufen worden. "Heute genieße ich das Leben als Pensionär. Soweit ich kann, lese ich noch Messen und betreue Kranke und Sterbende", sagte der Jubilar deutlich.

Schon mit 12 Jahren wollte er Priester werden

Sein Leben lang übte er seinen "Traumberuf" aus. Schon als Zwölfjährigem war dem 1937 in Hennef an der Sieg geborenen Jungen sein Berufswunsch klar gewesen. Nach dem Abitur 1959 studierte Tewes in Bonn und München Theologie, unter anderem beim Konzilstheologen und späteren Papst Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI). Zum Priester weihte ihn am 11. Februar 1965 Erzbischof Josef Kardinal Frings im Kölner Dom.

Stationen als Kaplan in Wermelskirchen und Düsseldorf folgten, ehe er 1974 in die Apfelstadt zog. "Ich wollte meinen Eltern näher sein und in den Rhein-Sieg-Kreis zurückkehren", begründete er seine Bewerbung für die Pfarrstelle. Meckenheim wurde seitdem zu seiner zweiten Heimat.