Betreuungssituation

Neuer Kindergarten in Swisttal auf den Weg gebracht

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Die Gemeinde Swisttal und die katholische Kirche schaffen 75 Kita-Plätze, darunter 22 für U 3-Kinder. Die konkreten Planungen für den Bau sollen in absehbarer Zeit beginnen.

Die Finanzierung des neuen katholischen Kindergartens Sankt Kunibert in Heimerzheim steht: Den entsprechenden Vertrag haben am Freitag Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und Pater Stanislaus Friede, leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Swisttal, unterzeichnet. Vertreter der Kirchengemeinde, des Rhein-Sieg-Kreises und der Gemeindeverwaltung waren dazu ebenfalls ins Rathaus Ludendorf gekommen.

Damit wurde nach zweijährigen Verhandlungen zwischen Kommune und Kirchengemeinde die Voraussetzung geschaffen, die Kindertagesstätte von zwei auf vier Gruppen zu vergrößern. „Wir wollten zunächst den Vertrag über die Betriebskosten schließen, bevor wir an die konkrete Planung für den Neubau gehen“, erklärte Christel Eichmanns vom katholischen Gemeindeverband Swisttal. Laut der Vereinbarung übernimmt die Kommune für die zusätzlichen beiden Gruppen den Trägeranteil der Betriebskosten in Höhe von 42 000 Euro im Jahr.

Begeisterung für neuen Kindergarten

„Es ist ein schöner Tag. Alle unsere Gespräche haben letztlich zu einem guten Ergebnis geführt“, freute sich die Verwaltungschefin. Die konkreten Planungen für den Bau auf dem kirchlichen Grundstück hinter der Heimerzheimer Villa mit Eingang und Zufahrt an der Gartenstraße sollen in absehbarer Zeit beginnen. Auf einen Zeitpunkt für den Spatenstich jedoch wollten sich weder die Verwaltung noch die Kirchengemeinde festlegen.

So steht auch noch nicht fest, wann die Kinder die neuen Räume beziehen können. Zu den bisherigen 48 Ü 3-Kindern können im Neubau weitere 75 Kinder – davon 22 unter drei Jahren – untergebracht werden. Vier zusätzliche Erzieher sollen das bisher sechsköpfige Team verstärken. Über die Zukunft der Villa und den Anbau, in dem der Kindergarten derzeit untergebracht ist, hat der Kirchenvorstand Sankt Kunibert Heimerzheim noch nicht entschieden. „Das ist auch heute nicht das Thema“, so Pater Friede. Wie Verwaltungsleiterin Simone Rath sagte, werde man sich voraussichtlich dem Vorschlag des Architekturbüros anschließen, das das Grundstück beplane. Möglich seien also eine Weiternutzung durch die Kirche, ein Verkauf oder ein Abriss.

Kalkbrenner und Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, Leiterin des Jugendhilfezentrums für Alfter, Swisttal und Wachtberg, zeigten sich begeistert über die Trägervielfalt der sechs Kindergärten in Heimerzheim. Ulla Schrödl, Leiterin des Kreisjugendamtes, bezeichnete das zusätzliche Angebot an U 3-Gruppen als Planung für die Zukunft.

Es fehlen noch 114 Betreuungsplätze

Gerade für Heimerzheim sei die Einrichtung von U 3-Plätzen wichtig, sagte Kalkbrenner, da in den vergangenen Jahren ein enormer Zuzug junger Familien stattgefunden habe. In dem Zusammenhang wies Schrödl auf das veränderte Elternverhalten hin: Es würden immer mehr Plätze für kleine Kinder verlangt. „Die Kinder in den Kitas werden immer jünger.“ Dem konnte Günter Tappeser, CDU-Ratsherr und Mitglied im Kirchenvorstand von Sankt Kunibert, nur zustimmen. „Die jungen Eltern wollen das. Daher können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.“ Er hofft wie Kirchenvorstandskollege Andreas Niestroj auf einen zügigen Baubeginn. Und er fand es denn passend, dass die Entscheidung zur Erweiterung der katholischen Kita im 50. Jahr ihres Bestehens fällt: „Sankt Kunibert ist immerhin der Urkindergarten Heimerzheims.“

In Swisttal wurden in den vergangenen zwei Jahren insgesamt fünf neue Kindergartengruppen auf den Weg gebracht. In der Gemeinde Swisttal fehlen zum nächsten Kindergartenjahr noch 114 Betreuungsplätze. Da kommt die Erweiterung um zwei weitere Gruppen in Heimerzheim gerade recht. „Heimerzheim ist gut aufgestallt. Dennoch werden wir an einem weiteren Konzept arbeiten“, so Kalkbrenner.