Vom "Knusperhäuschen" zum modernen Bau

Neue Rettungswache in Heimerzheim eröffnet

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Die DRK-Station in Heimerzheim kostete 3,7 Millionen Euro. Auch Bornheimer Orte werden von Heimerzheim aus versorgt. Ein Opel Admiral war 1979 der erste Krankenwagen in der ersten Wache im alten Kloster.

Für Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner hat die neue Rettungswache in Heimerzheim einen Riesensprung vom „Knusperhäuschen“ zu einer modernen zukunftsfähigen Rettungswache gemacht. Das sagte sie bei der Eröffnung der neuen Rettungswache an der Kölner Straße nahe des Kreisels an den Märkten.

Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster begrüßte zahlreiche Gäste zur „doppelt erfreulichen Veranstaltung“: Eröffnung und Segnung der neuen Wache durch Pater Stanislaus Friede und Pfarrerin Claudia Müller-Bück sowie zur gleichzeitigen Feier des 40-jährigen Bestehens der DRK-Rettungswache. „Das ist ein weiteres gelungenes Erfolgsprojekt unseres Rhein-Sieg-Kreises, und das gleich zu Beginn des Jubiläumsjahres zum 50-jährigen Bestehen des Kreises“, so Schuster.

Rund 3,7 Millionen Euro hat der Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Rettungsdienstes in die neue Wache investiert. Die Bauzeit von 20 Monaten könne sich wirklich sehen lassen, betonte der Landrat. Ebenso, dass der Kostenrahmen „einigermaßen“ habe eingehalten werden können. Schuster erinnerte daran, dass die „alte“ DRK-Wache an der Heimerzheimer Schützenstraße zu klein geworden, eine Erweiterung aber nicht möglich gewesen sei.

Wachgebäude enthält modernste Technik

Auf dem 3826 Quadratmeter großen Grundstück ist ein neues Wachgebäude mit Passivhausstandard entstanden mit Klinkerfassade, Gründach, Photovoltaikanlage, Notstromaggregat und modernster Technik, so Architekt Christoph Rütter von Koenigs Rütter Architekten. Auf rund 630 Quadratmetern gibt es einen Aufenthaltsbereich mit Kochmöglichkeit, Sanitär- und Umkleideräumen, Schulungsraum, Lagerflächen, acht Ruheräume, drei Büroräume und eine 240 Quadratmeter große Fahrzeughalle für bis zu vier Rettungswagen. In dem Schulungsraum können bis zu zwölf Personen unterrichtet werden. Im Status aufgewertet als Lehrrettungswache, werden dort künftig auch Lehrveranstaltungen im Rahmen der Notfallsanitäter-Ausbildung stattfinden. Kurze Wege vom Gebäude zu den Einsatzfahrzeugen stellen nicht nur eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen dar, sondern ermöglichen zudem das Einhalten der sogenannten „Hilfsfrist“ von zwölf Minuten nach Alarmierung. In dieser Zeit muss das erste Rettungsfahrzeug am Einsatzort eintreffen.

Zurzeit steht auf der DRK-Wache Heimerzheim ein Rettungswagen rund um die Uhr zur Verfügung sowie ein Krankentransportwagen von 7 bis 20 Uhr, wie Wachleiter Andreas Weiß erläuterte. Hinzu komme noch ein Reserve-Rettungswagen. Versorgt werden über das Gebiet der Gemeinde Swisttal und einen Abschnitt der A 61 hinaus auch Bornheim-Rösberg, Teile von Bornheim-Hemmerich und Bornheim-Merten-Heide.

Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke, Präsident des DRK Rhein-Sieg, erinnerte an die Stationen der DRK-Rettungswache von den Anfängen am 1. Januar 1979 unter der Leitung von Franz Büser im Alten Kloster, dem langjährigen DRK-Vorsitzenden Dieter Lütjohann und Bereitschaftsführer Hubert Peters, einer selbstgebauten Rufsäule an der B 56 in Essig, einem Opel Admiral als Krankenwagen, Autobahnrettungsdienst an den Wochenenden an der Polizeiautobahnstation und den Einzug in die Wache Schützenstraße 1985.

Nach Abschluss des aktuellen Ausschreibungsverfahrens ist seit dem 1. Februar 2019 die DRK gGmbH für die nächsten fünf Jahre Betreiber der Rettungswache Heimerzheim.